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Möbel aus Rehna Palmberg baut Werk in Klosterstadt

Von Redaktion svz.de | 13.12.2017, 05:00 Uhr

Der Schönberger Büromöbelhersteller will mehr als sieben Millionen Euro investieren und Akustikelemente produzieren

Der Büromöbelhersteller Palmberg baut sein neues Werk nicht wie ursprünglich geplant im Schönberger Gewerbegebiet, sondern in Rehna. Das bestätigte die Palmberg-Geschäftsführung auf Anfrage. „Wir werden dort eine 4350 Quadratmeter große Halle bauen, in der die gesamte Fertigung von Akustikelementen durchgeführt werden kann", sagt Uwe Blaumann. Insgesamt hat der Büromöbelhersteller ein 12 410 Quadratmeter großes Grundstück im Rehnaer Gewerbegebiet Nord gekauft. „In Schönberg gab es leider kein Grundstück, dass sofort bebaubar gewesen wäre“, so Blaumann. „Deshalb konnten wir dort nichts kaufen.“ Insgesamt will Palmberg Am Kastaniengrund 1 und 2 mehr als sieben Millionen Euro in Rehna investieren.

Grund für den Bau der neuen Halle ist die große Nachfrage nach Akustikelementen für Großraumbüros. Vor gut anderthalb Jahren hatte Palmberg im Schönberger Gewerbegebiet Sabower Höhe ein zweites Werk eröffnet. In diesem Jahr hat der Büromöbelhersteller dort Akustikwände im Wert von rund vier Millionen Euro hergestellt. „Die Produkte, die wir dort fertigen, haben wir im vergangenen Jahr noch für 1,2 Millionen Euro eingekauft“, so Blaumann.

Neben der Produktionshalle sind auf der 1,2 Hektar großen Fläche in Rehna auch ein Anbau für eine großzügige Ausstellung sowie ein Büro- und Sozialtrakt geplant. „Damit ist das Grundstück fast ausgereizt“. In den kommenden Jahren sieht Blaumann im Bereich der Akustikelemente noch sehr großes Potential. „Der Trend ist so positiv, dem müssen wir Rechnung tragen. Wir erwarten in den nächsten Jahren weiter hohe Steigerungsraten. Deshalb wollen wir jetzt in erheblichem Maße investieren.“

Eigentlich sollte die neue Halle im Schönberger Gewerbegebiet gebaut werden. Im Sommer hatten Blaumann und Schönbergs Bürgermeister Lutz Götze (SPD-Fraktion) den Neubau bereits per Handschlag besiegelt. Im Nachhinein stellte sich nach Angaben von Blaumann jedoch heraus, dass die ursprünglich zur Verfügung stehende Fläche aufgrund einer quer übers Grundstück verlaufenden Hochspannungsleitung zu klein gewesen wäre. „Und das zweite mögliche Grundstück, neben dem Logistikzentrum, ist leider noch nicht erschlossen“, sagt Blaumann. Da die Schönberger Firma schnell eine neue Produktionshalle für den Bau von Akustiktrennwänden braucht, um dem hohen Auftragseingang gerecht zu werden, hat sich die Palmberg Geschäftsführung für Rehna als neuen Produktionsstandort entschieden. „Wir sehen jeden Tag, wie die Konjunktur brummt und Aufträge an unserer Nase vorbei gehen. Deshalb möchten wir mit dem Neubau nicht länger warten", betont Uwe Blaumann. „Zumal wir in Rehna einen super Baugrund mit allem Drum und Dran bekommen.“ In Schönbergs Nachbarstadt habe der Büromöbelhersteller alles gefunden, „was wir brauchen“. Es gebe bereits sämtliche Anschlüsse, es liege ein vollständiges Bodengutachten vor, das einen hervorragenden Baugrund ausweise, und auch vermessen sei schon alles.

Positiver Nebeneffekt für den Büromöbelhersteller: Das Grundstück in Rehna ist auch günstiger. „Dort kostet der Quadratmeter 19 Euro, in Schönberg wären es 33 Euro gewesen.“ Geht es nach Uwe Blaumann, soll die neue Halle in Rehna ab Anfang März gebaut werden. „Wir wollen den Bauantrag noch vor Weihnachten abgeben, um so schnell wie möglich die Baugenehmigung zu bekommen und loslegen zu können.“ Als Bauzeit rechnet die Palmberg-Geschäftsführung mit gut sechs Monaten.

Zurzeit arbeiten in den beiden Werken in Schönberg 518 Mitarbeiter. „Wir denken, dass wir in Rehna irgendwann einmal 40 bis 50 Leute beschäftigen werden“, schätzt Blaumann.

Der gebürtige Schönberger hat Palmberg nach der Wende zu einem der größten Büromöbelhersteller Europas gemacht. Blaumann sagt, er sei schon ein bisschen traurig darüber, dass er nicht in Schönberg bauen konnte. „Es bricht für mich aber auch keine Welt zusammen.“ Schönberg habe jetzt drei Jahre Zeit, um das Gewerbegebiet so vorzubereiten, „dass ich dann ein komplett neues Möbelwerk bauen kann.“ Dafür benötigt der Büromöbelhersteller ein Areal von bis zu
30 000 Quadratmetern. In dem neuen Werk ist eine Serienfertigung für Großaufträge geplant. Blaumann: „Wir hoffen, dass Schönberg uns dann ein voll erschlossenes und sofort bebaubares Grundstück zum annehmbaren Preis anbieten kann.“