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Groß Krankow Navi führt Kraftfahrer in die Enge

Von Michael Schmidt | 24.10.2011, 09:23 Uhr

Ortsunkundige Kraftfahrer, die auf ihr Navigerät vertrauen, stehen bei Groß Krankow mit ihren Fahrzeugen plötzlich vor einer schmalen Brücke.

Urlauber und ortsunkundige Kraftfahrer, die auf ihr Navigerät vertrauen, haben es im Landkreis Nordwestmecklenburg mitunter schwer. So werden sie bei Groß Krankow in die Enge getrieben, stehen mit ihren Fahrzeugen plötzlich vor einer schmalen Brücke, die die Bahn strecke Lübeck-Bad Kleinen überspannt. Wer als Wohnmobilfahrer da rüber will, braucht Nerven oder eine gute Versicherung. Denn für manche Modelle ist die Fahrbahn zu schmal, für andere bleibt ein Spielraum von wenigen Zentimetern. Erschwerend kommt hinzu: Viel zu spät wird nach dem Empfinden von Autofahrern mit Hinweisschildern vor der schmalen Brücke bei Groß Krankow gewarnt. So würden vor allem Urlauber das Brückenschild erst unmittelbar vor dem maroden Bauwerk sehen. Für Lkw-Fahrer, die ihrem Navigationsgerät vertrauen und auf die nahe A20 wollen, ist es dann zu spät. Platz zum Wenden ihrer Laster haben sie kaum - und rüber dürfen sie nicht. Die Traglast der Brücke beträgt 3,5 Tonnen.

Auch Gadebuscher müssen täglich durch das Nadelöhr. Einer von ihnen ist der Gastronom Aldo Metwaly. "Diese Brücke ist total schmal. Wer ein großes Auto oder einen Transporter hat, bekommt hier richtig Probleme", sagt Autofahrer Metwaly. Für ihn ist die Fahrt über die Brücke die zeit sparendste Strecke zwischen seinen beiden Gastro-Standorten Gadebusch und Proseken.

Dass Kraftfahrer die Brücken-Hinweisschilder übersehen, ist für die Mitarbeiter des Straßenbauamtes Schwerin kaum nachvollziehbar. Sie verweisen darauf, dass seit 2009 entsprechende Schilder aufgestellt seien und kündigten gestern auf SVZ-Anfrage eine Überprüfung an. Einen Lichtblick gibt es schon jetzt: In Sichtweite der alten maroden Brücke entsteht seit Anfang dieses Jahres ein neues Bauwerk. Dadurch soll die Verkehrssicherheit an der Landesstraße 012 verbessert werden. Land und EU lassen sich das rund 2,1 Millionen Euro kosten. Nach Angaben des Straßenbauamtes sollen Ende November die erstem Fahrzeuge über die neue Brücken rollen.