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Automatensprengung Kriminelle sprengen weiteren Geldautomaten

Von mica | 25.04.2018, 20:45 Uhr

Sie lösten eine Explosion in Wismar aus. Ein Geldautomat in Schlagsdorf ist Geschichte.

Die Serie von Automatensprengungen in Nordwestmecklenburg reißt nicht ab. Nachdem zwei Mal in Schlagsdorf ein Geldautomat das Ziel von Kriminellen wurde, sprengten bislang unbekannte Täter einen Zigarettenautomaten in der Kreisstadt Wismar.

„Nach erster Einschätzung leiteten sie ein Gasgemisch in den Zigarettenautomaten ein und brachten dieses zur Explosion. Der Automat wurde hierbei zwar beschädigt, jedoch gelangten die Täter nicht an den Inhalt“, sagt Mattes Pienkoß vom Polizeipräsidium Rostock. Tatort war die Bürgermeister-Haupt-Straße in der Hansestadt Wismar.

Seit dem vergangenen Jahr hatte es rund 30 Angriffe allein auf Zigarettenautomaten allein in Nordwestmecklenburg gegeben. Zudem zerstörten Kriminelle zweimal den Geldautomat von Schlagsdorf. Die Hoffnung der Einwohner, dass ein Geldautomat dort wieder aufgestellt wird, scheint sich inzwischen zu zerschlagen. „Die Firma, die den Automaten betreibt, hätte dies vielleicht noch gemacht. Aber die Versicherung spielt nicht mit“, sagt Schlagsdorfs Bürgermeister Ingo Melchin. Nach SVZ-Informationen soll sich der Schaden in Schlagsdorf auf mehr als 10 000 Euro belaufen.

Die Leidtragenden sind nun vor allem ältere Menschen in und um Schlagsdorf, die kein Bargeld mehr dort von ihrem Konto abheben können. Die Kommune denkt inzwischen darüber nach, eine Mitfahrgelegenheit für Senioren zu organisieren. Zweimal pro Woche könnten sie dann in die nächst gelegene Stadt fahren, das wäre Ratzeburg im Kreis Herzogtum Lauenburg. „Das Gespräch mit dem kreiseigenen Unternehmen Nahbus wird kommen“, kündigt Bürgermeister Ingo Melchin an. Notfalls wolle man auch an andere Unternehmen herantreten.

Nicht nur Einwohner der Gemeinde Schlagsdorf sondern auch der Kommune Carlow sind verärgert. „Die älteren Menschen sind richtig angeschmiert“, verdeutlicht Willi Heick. Er lebt in Stove und fährt inzwischen bis nach Schönberg, um bei seiner Bank Überweisungsträger abzugeben oder Geld abzuheben. „Die Banken selbst sorgen für den größten Ärger, indem sie sich immer mehr zurückziehen“, kritisiert Heick am heißen Draht der SVZ. Einst konnte er seine Bankgeschäfte noch in Carlow erledigen.

Das so genannte Online Banking kommt für Heick nicht in Frage: „Ich bin inzwischen über 80, für mich ist das nichts.“ Zumal die Betrugsgefahr nicht zu unterschätzen ist. Erst vor zwei Wochen war eine 80-Jährige im Bereich Aalen ausgetrickst worden. Kriminelle verschafften sich dabei Zugang zu dem Online-Konto der Seniorin und hoben mehrere tausend Euro ab.