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Gadebusch Jugendarbeit geht weiter

Von MICA | 15.12.2016, 04:44 Uhr

Der Vorsitzende des Vereins Jugend und Freizeit wirft der Linken Panikmache vor und stärkt der Verwaltungsspitze den Rücken

Nach Kritik an der Verwaltungsspitze des Amtes Gadebusch hat der Vorsitzende des Vereins Jugend- und Freizeit, Rico Greger, der Fraktion Die Linke Panikmache vorgeworfen. Dadurch richte sie mehr Schaden als Nutzen an, sagte Greger gestern gegenüber der SVZ. Er betonte, dass die Jugendsozialarbeit in Gadeubsch auch nach der beschlossenen Vereinsauflösung zum Jahresende weitergehe – im Freizeithaus und ab Januar unter der Regie des DRK Kreisverbandes Nordwestmecklenburg. Dem DRK liege ein unterschriftsreifer Mietvertrag vor.

„Egal, wer künftig Eigentümer des Freizeithauses wird, er wird diesen Mietvertrag dann zu den gleichen Konditionen übernehmen müssen“, verdeutlicht Greger. Als einen möglichen Käufer des Freizeithauses bezeichnet er den Landkreis, der über ein Rückkaufsrecht verfüge. „Es findet sich eine gemeinsame Lösung mit dem Landkreis Nordwestmecklenburg. Davon bin ich hundertprozentig überzeugt“, sagt Rico Greger.

Gadebuschs Bürgermeister Ulrich Howest will sich heute mit Landrätin Kerstin Weiss treffen und den Landkreis dazu bewegen, von seinem Rückkaufsrecht Gebrauch zu machen. Anschließend könnte die Stadt zu den gleichen Konditionen Eigentümerin des Freizeithauses werden. Über Geld für die künftige Unterhaltung des Gebäudes dürfte die Kommune dann bereits verfügen, da die Stadtvertretung grünes Licht für ein Immobiliengeschäft gab, das der Kommune fast 300 000 Euro einbringen soll.

Ungeachtet dessen erhöhen Stadtvertreter den Druck auf das Amt Gadebusch. So fordert zum Beispiel Günter Blankenberg (Bürgergemeinschaft), dass auch die Verwaltung schnellstmöglich an einer Lösung mitarbeiten müsse, damit die Kinder- und Jugendarbeit fortgesetzt werden könne. Sollte das Freizeithaus als Kinder- und Jugendtreff langfristig keine Option sein, plädiert Blankenberg für die Nutzung einer städtischen Immobilie. „Das alte Schützenhaus ist nach wie vor nur zu etwa 50 Prozent ausgelastet“, so Blankenberg.

Die Fraktion Die Linke hatte zu Wochenbeginn die Verwaltungsspitze des Amtes Gadebusch scharf attackiert. Zuvor war bekannt geworden, dass der Landkreis nicht zum Rückkauf des Freizeithauses verpflichtet ist. Stattdessen könnte es im Falle der Vereinsauflösung an einen Wohlfahrtsverband übertragen werden. Stadtvertreter sprachen daraufhin von einem Scherbenhaufen, vor dem sie stünden. „Ich habe kaum noch Vertrauen in die Verwaltung. Eigentlich muss man fast sagen: Jede Reinigungskraft macht im Rathaus eine sauberere Arbeit als unser hochbezahlter Leitender Verwaltungsbeamter“, sagte Thomas Konieczny (Die Linke) in der öffentlichen Sitzung.

Der in die Kritik geratene Verwaltungschef Matthias Jankowski wies das zurück (SVZ berichtete). Ihm stärkte der Amtsvorsteher und Vereinsvorsitzende Rico Greger gestern den Rücken. Dabei übte Greger auch Kritik an Verantwortlichen der Stadt: „Seit mindestens eineinhalb Jahren war kein Vertreter der Stadt mehr auf einer Mitgliederversammlung des Jugend- und Freizeitvereins. Für Satzungsänderungen hätten aber zwei Drittel der Vereinsmitglieder stimmen müssen. Wenn nicht genügend Mitglieder erscheinen, ist man handlungsunfähig“, so Greger.