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Gadebusch Heine-Sporthalle vor der Sperrung?

Von MICA | 21.12.2017, 05:00 Uhr

Die stellvertretende Vorsitzende des Kreiselternrates zeigt sich schockiert über die Zustände in der Gadebuscher Halle

Risse in den Wänden, gefährliche Metallkanten, verkeimte Sanitärbereiche – Elternvertreter kämpfen weiter für eine neue Sporthalle an der Heinrich-Heine-Schule in Gadebusch. Erstmals schaute sich mit Stefanie Kirsch auch die stellvertretende Vorsitzende des Kreis- und Landeselternrates die Zustände in der Heine-Sporthalle an. Und ihr Fazit fällt vernichtend aus. „Etwas Vergleichbares habe ich in all den Jahren nicht gesehen. Die Hygiene ist unter aller Granate. Ich habe es zehn Minuten in dieser Sporthalle ausgehalten, dann musste ich hier raus. Ich weiß nicht, wie unter diesen Zuständen ein vernünftiger Vereinssport funktionieren soll“, sagt Kirsch. Und sie will weitere Defizite entdeckt haben. So seien Rauchmelder Fehlanzeige in dieser Sporthalle.

Mit diesem Zustand konfrontierten Kirsch und der Schulelternrat der Heinrich-Heine-Schule Gadebuschs Bürgermeister Ulrich Howest (parteilos). Fast eine halbe Stunde diskutierten sie im Rathaus über den Ist-Zustand und über Lösungsmöglichkeiten. Ergebnis: Neu entdeckte Mängel sollen provisorisch behoben werden. Darüber hinaus sei ohnehin für Anfang Januar eine weitere Grundreinigung durch eine Grevesmühlener Firma geplant, so Howest. Und er stellte klar: Sollte von dieser Sporthalle eine Gesundheitsgefährdung für Kinder ausgehen, werde sie gesperrt. Das Gesundheitsamt des Kreises wurde noch gestern kontaktiert. Es will Anfang Januar den Hallenzustand überprüfen.

Die Folgen einer Hallensperrung wären gravierend. Sportvereine fürchten um ihre Trainings- und Wettkampfstätte. Sie warnen davor, dass Kinder und Jugendliche sich dann einen neuen Verein suchen könnten.

Der Schulelternrat und die stellvertetende Landeselternratsvorsitzende halten wiederum dagegen: „Was nützt das Training in dieser Halle, wenn Kinder hier erkranken könnten? Die Gesundheit muss an erster Stelle stehen“, fordert Stefanie Kirsch. Für den Fall einer möglichen Hallensperrung will Gadebuschs Bürgermeister Ulrich Howest nun Kontakt mit dem Landkreis Nordwestmecklenburg aufnehmen, der am Standort Gadebusch über eine Zweifelder-Sporthalle verfügt. Landkreis und Stadt sowie die Schulleitungen des Gymnasiums und der Heinrich-Heine-Schule sollen freie Kapazitäten für den Schulsport ausloten. Darüber hinaus soll die Suche nach alternativen Objekten beginnen, in denen übergangsweise Sport getrieben werden könnte.

Unterschrieben hat Ulrich Howest inzwischen den Planungsauftrag für den Abriss und Neubau einer Sporthalle an der Heinrich-Heine-Schule. „Der Abriss könnte frühestens im Januar 2019 beginnen“, sagt Howest der SVZ. Die Kosten für eine neue Sporthalle werden auf mindestens drei Millionen Euro geschätzt. Fördermittel seien beantragt worden.