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Ausbildung Handwerk sucht händeringend nach Azubis

Von chhe | 26.02.2014, 00:00 Uhr

Jugendliche sind den Anforderungen der Berufe oft nicht gewachsen

Dem Handwerk in Nordwestmecklenburg geht langsam der Nachwuchs aus. Uwe Dumjahn, Ausbildungsleiter bei der LTA Anlagentechnik GmbH aus Brüsewitz, betont: „Wir suchen händeringend Bewerber und haben ganz große Schwierigkeiten, geeignete Leute zu finden. Alles, was brauchbar ist, macht Abitur.“ Derzeit habe die Firma 16 Auszubildende. Für das nächste Lehrjahr sollen wieder zehn junge Menschen eingestellt werden. Doch bislang habe sich noch kein einziger geeigneter Jugendlicher beworben. „Früher gab es auf eine Stelle zwei Bewerber. Heute ist es genau anders herum. Vor allem die Noten in den Naturwissenschaften sind bei vielen Bewerbern katastrophal“, so Dumjahn. Dennoch geht er davon aus, dass im September alle Stellen besetzt sind. „Zum Schluss gibt es immer Spätstarter. Darauf setze ich. Langfristige Planung ist so aber nicht möglich“, so der Ausbildungsleiter. Einer der Gründe für die schwierige Suche nach Lehrlingen ist nach Ansicht von Uwe Dumjahn die gestiegenen Zahlen bei den Abiturienten, die anschließend ein Studium beginnen.

Edgar Hummelsheim, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Schwerin, unterstreicht dies: „Letztlich fehlen uns diese jungen Menschen in den Ausbildungsbetrieben.“ Die restlichen Bewerber seien oft den Anforderungen nicht gewachsen. Doch nicht nur die Qualität auch die Anzahl der Bewerber werde immer geringer. „Das ist schon ein paar Jahre so und wird auch nicht besser“, so Hummelsheim. So sind auf der Lehrstellenbörse der Handwerkskammer zurzeit 298 freie Lehrstellen in 231 Betrieben eingetragen und das quer durch alle Berufe. Eine Konsequenz dieser Entwicklung sei, so Hummelsheim, dass die Handwerksbetriebe immer früher ihre Lehrlingsverträge abschlössen.

Der Arbeitskreis Schule Wirtschaft Wismar-Nordwestmecklenburg beschäftigte sich auf seiner Jahreshauptversammlung am Dienstag ebenfalls mit diesem Thema. So stellte unter anderem Thomas Barsch, AWT-Lehrer an der Regionalen Schule Rehna, den anwesenden Lehrern und Unternehmern die Lernmethodik „Kooperatives Lernen“ nach Kathy und Norm Green vor. „Es ist auch für Unternehmen interessant zu erfahren, wie sich die Arbeit in der Schule wandelt und wie die Schüler besser auf ihre Ausbildung vorbereitet werden sollen“, so Christina Schurbaum, Vorstandsvorsitzende des Arbeitskreises. „Wir geben aber immer nur Anregungen.“

Auch Dirk Heyden, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Schwerin, stellte die Bedeutung der schulischen Ausbildung heraus: „Der Einfluss der Eltern und Lehrer auf den beruflichen Lebensweg der Kinder ist außerordentlich hoch. Dort, wo es notwendig ist, müssen wir die Jugendlichen unterstützen.“