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Leerstand im Einzelhandel ist gewachsen Gadebuschs verwaiste Geschäfte

Von take | 15.09.2011, 08:04 Uhr

Handyshop, Sanitätshaus, Bäcker, Hotel, Optiker oder Modegeschäfte - dieser Mix gehört zur Einzelhandelsstruktur einer Kleinstadt. In Gadebusch gibt es viele Geschäfte, deren Türen schon jahrelang verschlossen sind.

Handyshop, Sanitätshaus, Bäcker, Hotel, Optiker oder Modegeschäfte - dieser Mix gehört zur Einzelhandelsstruktur einer Kleinstadt, und diese Mischung gibt es auch in Gadebusch. Aber es gibt hier auch viele Geschäfte, deren Türen oft schon jahrelang verschlossen sind.

Zu DDR-Zeiten war es ein Textilgeschäft, nach der Wende betrieb die Sparkasse dort eine Kreditabteilung, bevor eine Versicherung die Räumlichkeiten in der Steinstraße 2 anmietete und dann ein Telefonanbieter sein Glück versuchte. "Jetzt steht der Laden seit dem 1. September leer", sagt Edda Finger. Ihre Telefonnummer steht auf einem Schild und hängt im Schaufenster. "Ich hoffe ja doch, dass jemand anruft. Aber es gibt ja jetzt schon so viel Leerstand in Gadebusch", sagt Edda Finger, die selber noch ein Textilgeschäft betreibt.

Anrufe, die würde auch Vermieter Michael Cratzius gerne entgegen nehmen. Doch seit das Sportgeschäft vor über einem Jahr aus der Wollbrücker Straße 6 ausgezogen ist, habe sich kaum jemand gemeldet. "Es ist sehr schwierig, die 125 Quadratmeter dort zu vermieten", sagt Cratzius. Fehlende Kaufkraft, Gewerbegebiete außerhalb der Innenstadt oder mehr Käufer im Internet - dies gehöre aus seiner Sicht mit zu den Gründen, warum es der Einzelhandel in einer kleinen Stadt wie Gadebusch nicht leicht hat.

Gadebuschs Bürgermeister Ulrich Howest ist dieses Problem durchaus bekannt, und glücklich, sagt er, sei er mit dem Leerstand auch nicht. "Dabei wollen wir ja mithelfen, dass dieser Leerstand behoben wird", so Howest. Vor ein paar Jahren habe die Stadt deshalb auch die Eigentümer der Häuser mit freien Gewerbeflächen angeschrieben, um nach Lösungen zu suchen. "Der Rücklauf war jedoch fast null", erinnert sich der Bürgermeister.

Sportgeschäft, Fleischer, Drogerie - sie alle haben dicht gemacht. Doch wie steht es darum, die noch existierenden Geschäfte in der Stadt zu halten? "Es muss ein stärkeres Wir-Gefühl unter den Gewerbetreibenden geben. Und sie müssen der Stadt gegenüber mit einer Stimme sprechen", sagt Howest. Doch einen Gewerbeverein gäbe es nicht. In der Vergangenheit habe die Stadt versucht, Aktionstage mit auf die Beine zu stellen. Dafür, so Howest, wäre sie auch bereit, finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen. "Aber wir sind keine Alleinunterhalter. Auch die Gewerbetreibenden müssten sich finanziell daran beteiligen", fordert das Stadtoberhaupt. Doch da würden sich die Geschäftsleute, so Howest, nicht genügend einbringen. "Jeder kämpft für sich", ist er sich sicher.

Bestandsschutz, das ist für Edda Finger noch kein Thema, denn sie muss erst einmal einen Nachmieter finden.