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Neuendorf Frische Brote aus dem Lehmofen

Von chhe | 19.02.2014, 00:15 Uhr

Elisabeth von Randow betreibt seit gut einem halben Jahr ein kleines Café in ihrem Haus

Wohlige Wärme breitet sich in der Küche aus. Darin mischt sich der Duft von frischem Brot. Bald ist es wieder soweit. Dann kann Elisabeth von Randow die Brotlaibe aus ihrem Holzofen hervorholen und anschließend die Tische für die Gäste vorbereiten.

Seit Mitte vergangenen Jahres betreibt die gelernte Krankenschwester ein kleines Hofcafé in ihrem Haus in Neuendorf. Jeden Freitag, Sonnabend und Sonntag finden hier bis zu 25 Personen Platz und haben die Wahl zwischen Brot, Brötchen, Kuchen, Torten und Keksen. Alles aus eigener Produktion und mit natürlichen Zutaten. Bei der Herstellung vertraut Elisabeth von Randow auf bis zu 150 Jahre alte, traditionelle Rezepte. „Es macht Spaß, dass man mit einfachen Zutaten schmackhafte Sachen machen kann“, erläutert sie.

Eigentlich arbeitet Elisabeth von Randow noch als Krankenschwester. Sie betont jedoch: „Ich habe im Krankenhaus nur noch eine Teilzeitstelle. Sonst wäre das mit dem Café gar nicht zu schaffen.“ Bis zu vier Tage in der Woche sind für das Hofcafé fest verplant. „Donnerstags gehe ich einkaufen und putze das Café. Freitag, Sonnabend und Sonntag backe ich dann immer das Brot“, so von Randow.

Auf die Idee ein eigenes Café zu eröffnen wurde sie von Bekannten gebracht. Von Randow: „Ich backe schon seit 30 Jahren Brot und immer wieder haben Freunde gesagt, wie gut es ihnen schmeckt.“ Richtig konkret wurde es aber erst nach ihrem Umzug nach Neuendorf vor drei Jahren. „Das Haus, das wir gekauft haben, war zu groß für meinen Mann, meinen Sohn und mich. Außerdem gibt es hier weit und bereit kein anderes Café“, so die 52-Jährige. Vor einem Jahr wurde dann extra ein Lehmofen angeschafft. Hier kann sie bis zu zwölf Brote gleichzeitig backen. „Brot aus dem Ofen schmeckt einfach gut. Zudem faszinieren mich alte Techniken“, so Elisabeth von Randow. Ob ihr Café ein Erfolg wird, da war sie sich am Anfang nicht sicher. „Ich hatte mir eigentlich ein Jahr als Anlaufphase gegeben. Doch das Café ist sagenhaft gut angenommen worden“, so die Hobby-Bäckerin. 30 bis 40 Brote verkauft sie pro Wochenende.

Das Holz für ihrem Ofen stammt bislang aus dem eigenen Garten. Im Laufe der Zeit hat sie dabei die unterschiedlichsten Holzarten ausprobiert. „Weide- und Obstbaumholz gibt schnell die Wärme ab“, so die 52-Jährige. Dieser Temperaturabfall sei für das Backen nicht gut. „Eiche erzeugt dagegen eine konstante Wärme, hat aber nicht genug Power“, erklärt sie. Nach einigen Experimenten hat sie dann ihren Favoriten gefunden. Elisabeth von Randow: „Am besten geeignet ist Buche. Hier ist die Temperatur am Anfang am höchsten und wird dann langsam weniger.“ Doch selbst dabei muss sie immer wachsam sein. „Zwei Stunden dauert das Vorheizen und wenn man nicht aufpasst, wird das Brot relativ schnell schwarz“, erzählt sie. Inzwischen bietet sie nicht nur Brot nach traditionellen Rezepten an. Auch glutenfreie Produkte aus Mais oder Soja stellt sie her. Elisabeth von Randow schmunzelt: „Ich probiere halt viel aus. Da gehen dann auch einige Versuche in die Hose.“

Geöffnet hat das Café in der Pokrenter Straße 7 in Neuendorf freitags, sonnabends und sonntags von 14 bis 18 Uhr.