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Gadebusch Flüchtlinge erhalten Fahrräder

Von MICA | 10.11.2015, 21:00 Uhr

In Gadebusch ist eine Werkstatt eingerichtet worden, in der ausgemusterte Räder wieder flott gemacht werden

Während sich auf politischer Ebene der Ton in der Flüchtlingskrise verschärft, gibt es auf lokaler Ebene praktische und schnelle Hilfe für Menschen in Not. So wurde innerhalb weniger Tage in Gadebusch ein Werkstatt-Projekt beantragt, vom Jobcenter bewilligt und vom hiesigen Arbeitslosenverband gestartet. Ziel ist es, alte Fahrräder wieder flott zu machen und Asylbewerbern zur Verfügung zu stellen. Nach Möglichkeit soll jede Flüchtlingswohnung in der Region zwei Fahrräder erhalten. Dadurch sollen Flüchtlinge künftig schneller und leichter zum Amt, zum Arzt, zum Deutschunterricht, zum Einkaufen gelangen können.

Die Anregung zu dieser Aktion gab Heike Post von der Wohnungsgesellschaft Radegasttal während einer Beratung mit dem Runden Tisch in Gadebusch. Im Arbeitslosenverband und im Gadebuscher Jobcenter fand sie Partner, die das Vorhaben unterstützen.

Nun liegt es an Mario Schubert und Eberhard Friedrich, nicht mehr benötigte Fahrräder wieder verkehrssicher zu machen. An fünf Tagen in der Woche sind sie in der Gadebuscher Werkstatt und verwandeln Drahtesel in verkehrssichere Fahrräder. Während Schubert einst im Motorradwerk Zschopau tätig war, betreute Friedrich schon einmal vier Jahr lang Mosambikaner in der Oberlausitz. Jetzt wollen Beide vor allem eins: helfen. „Das Schöne an dieser Tätigkeit ist, dass wir andere unterstützen können und wir eine sinnvolle Beschäftigung haben“, sagt Eberhard Friedrich. Sein Werkstattkollege meint: „Was wir hier tun, kommt anderen zugute.“ Die ersten Fahrräder sollen in Kürze die Werkstatt in Gadebusch verlassen.

Wer das Projekt Fahrradwerkstatt unterstützen will, kann sich an den Arbeitslosenverband unter der Nummer 03886-211285 wenden.

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