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Schlagsdorf Film erinnert an geschleiftes Dorf Lankow

Von PETT | 15.12.2017, 12:00 Uhr

Projekt vom Filmbüro M-V wird erstmals im Grenzhus Schlagsdorf gezeigt – künftig für Demokratieunterricht an Schulen

Lenschow, Neuhof oder Lankow – geschleifte Dörfer gibt es einige in der Region. Das diesjährige Jugendfilmprojekt vom Filmbüro M-V in Wismar hat Lankow nun ein filmisches Denkmal gesetzt. „Es war nicht leicht, Informationen über das Dorf zu bekommen. Das Grenzhus hat uns dabei sehr geholfen“, erzählt Julius Pless. Der 19-jährige Wismarer macht im Filmbüro ein Praktikum in Vorbereitung seines Studiums in der Medienbranche. Ebenso die 19-jährige Jorinde Ortlieb aus Rehna. „Wir haben über das Grenzhus auch Kontakte zu Zeitzeugen bekommen, die uns konkret von Lankow berichten konnten“, so die angehende Studentin.

Insgesamt sieben Jugendliche haben an dem Film „Lankow – ein geschleiftes Dorf“ mitgewirkt. Lankow wurde im Rahmen der Grenzmanifestierung zwischen den 1949 gegründeten deutschen Staaten BRD und DDR geschleift – so heißt der Fachbegriff für etwas, was dem Erdboden gleich gemacht wird.

Durch die Zusammenarbeit mit dem Grenzhus als Informationszentrum zur innerdeutschen Grenze ist der Film auch hier zuerst öffentlich aufgeführt worden. „Solche Projekte sind wichtig, damit die Erinnerung wach gehalten wird“, sagt der Leiter der Einrichtung, Dr. Andreas Wagner. Für ihn war es ein leichtes, das Filmbüro bei seiner Recherchearbeit zu unterstützen. Hatte man doch von Mai bis Juni eine Sonderausstellung zu diesem Thema im Haus. Trotzdem: Von Mai an hat es gebraucht, diesen Film fertigzustellen, wie Androš Schakau erzählt. „Künftig wird der Film in Schulen und Jugendeinrichtungen zu sehen sein. Er soll in der Demokratiebildung eingesetzt werden“, so der Medienpädagogische Leiter der Medienwerkstatt Wismar im Filmbüro M-V.

Den Premierengästen hat der Film gefallen. Einige von ihnen kennen das Dorf Lankow noch aus dem eigenen Erleben. „Viele Leute glauben, wenn der Name Lankow fällt, handelt es sich dabei immer um den gleichnamigen Stadtteil von Schwerin“, erzählt einer der Premierengäste. Dieser 6-Minuten-Film kann dazu beitragen, dass das wieder anders wird. Und an dem Film wird noch weiter gearbeitet, noch weiter gefeilt, erklärt Androš Schakau. Damit er noch lebendiger wird, Lankow nicht vergessen wird.