Ein Angebot des medienhaus nord
Ein Artikel der Redaktion

Nahverkehr Erste Prognose: Fahrgastzahlen können verdreifacht werden

Von MICA | 07.02.2014, 00:00 Uhr

Der Landkreis Nordwestmecklenburg steuert möglicherweise auf einen kundenfreundlicheren öffentlichen Personennahverkehr zu

Der Landkreis Nordwestmecklenburg steuert möglicherweise auf einen kundenfreundlicheren öffentlichen Personennahverkehr zu. Wie eine Untersuchung der PTV Group ergab, könnte es künftig wesentliche bessere Busverbindungen und eine steigende Zahl an Fahrgästen geben. Laut Prognose könnte nahezu eine Verdreifachung der Fahrgastzahlen erzielt werden – darin nicht einberechnet sind tausende Busschüler.

Auf Grundlage der derzeitigen Fahrpreistarife könnten die Busbetriebe bei der Umsetzung des Projektes derzeit rund 4,2 Millionen Euro mehr im Jahr einnehmen. „Davon könnte man das System im Großen und Ganzen bezahlen“, sagte Stefan Lösel, Leiter des Eigenbetriebes Nahverkehr NWM, in der jüngsten Sitzung des Wirtschaftsausschusses des Kreistages in Grevesmühlen. Sollte ein zusätzlicher Kundenanreiz in Form einer 45-Euro-Monatskarte geschaffen werden, würden das für den Landkreis Nordwestmecklenburg Mehraufwendungen in Höhe von ein bis zwei Millionen Euro bedeuten.

Ob es eine Verbesserung für Busfahrgäste geben wird, ist letztlich eine Entscheidung des Kreistages Nordwestmecklenburg. „Wieviel Verkehr in die Fläche kommt, wie das Streckennetz aussehen wird, wieviel Geld der Kreis bereit ist, auszugeben und wieviel wir den Fahrgästen abverlangen müssen, das liegt in der politischen Verantwortung des Kreistages“, so Lösel. Nach seinen Angaben steht der Landkreis jetzt am Scheideweg in puncto Öffentlicher Personennahverkehr.

Der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses, Heiner Wilms (SPD), sprach von einer sehr gut nachvollziehbaren und realistischen Fahrgast-Progonose. Jetzt müsse die Diskussion beginnen, wie das neue Konzept umgesetzt werden könnte. Dass ein Handlungsbedarf besteht, machte Ausschussmitglied Dr. Eberhardt Blei an einem Beispiel klar. Nach seinen Angaben gab es noch Orte, wohin man dienstags mit dem Bus hin- und erst mittwochs wieder zurückfahren konnte.

Bedenken meldete Blei aber zu möglichen Auswirkungen nach einem Bahn-Lückenschluss Rehna-Schönberg an. Dazu erklärte Lösel: „Die Schiene wird davon profitieren. Die Fahrgastzahlen würden nicht sinken, sondern steigen, da durch den Bus Bahnhöfe erst erreicht werden. Wir sorgen für die Erschließung in der Fläche und dafür, dass in jedem Dorf Mobilität sicher gestellt wird.“ Bislang verfügt der Nordwestkreis lediglich über einen Schülerverkehr, aber nicht über ein optimales Busnetz. Ein Einsparpotential bei den heutigen Verkehrsleistungen könne Lösel nicht mehr erkennen. Von 165 000 Einwohnern nutzen derzeit 2000 Bürger täglich den Bus. Als Barriere gelten die 1994 gezogenen Altkreisgrenzen Gadebusch/Grevesmühlen/Wismar, an die sich heute noch das Liniennetz ausrichtet.