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Gadebusch Erneut Feuer in Recyclingfirma

Von Michael Schmidt | 09.08.2013, 06:49 Uhr

Zum zweiten Mal innerhalb von zweieinhalb Monaten hat es einen Großbrand auf einem Recyclinghof bei Rosenhagen gegeben.

Das Feuer war in einer im Bau befindlichen Halle ausgebrochen, in der nach Angaben der Polizei Haus- und Baumischmüll gelagert und sortiert werden. Dort war bereits im Mai eine Lagerhalle ein Raub der Flammen geworden.

Von dem Qualm beunruhigt waren zahlreiche Anwohner wie Eike Moldenhauer. "Ich bin gestern panisch durch die Gegend gerannt, weil ich dachte, in der Wohnung schmort irgendwas", schildert er gegenüber unserer Zeitung. Dicke Qualmwolken und beißenden Gestank gab es auch noch in Schwerin. Hendrik Seemann meinte: "Ich habe mich den ganzen Abend schon gefragt, was hier draußen in Friedrichsthal so stinkt!"

Das Feuer war am Donnerstagabend aus bislang ungeklärter Ursache ausgebrochen. Rund 100 Feuerwehrleute waren abwechselnd bis nach Mitternacht im Einsatz. ABC-Erkundungsfahrzeuge fuhren durch Ortschaften im Bereich Rosenhagen, Grambow und Schwerin. Es wurden zwar Brandgase aus Hausmüll festgestellt. Von diesen gehe jedoch keine gesundheitliche Gefährdung aus, so die Polizei. Es wurde dennoch darum gebeten, Türen und Fenster geschlossen zu halten.

Nach Angaben der Recyclingfirma brannten etwa 200 Kubikmeter Sperrmüll. "Wir hoffen, dass die Kriminalpolizei etwas zur Ursache ermitteln kann. Wir sind gestresst und frustriert", sagt Thilo Gollan, Geschäftsführer der gleichnamigen Recycling GmbH in Rosenhagen. Er befürchtet, dass das Image seiner Firma nach dem erneuten Brand Schaden nehmen könnte.

Jede Menge Arbeit kommt auf die Mitarbeiter des Unternehmens zu. Die 200 Kubikmeter Abfälle müssen nach dem Brand teuer entsorgt werden. 15 bis 20 Lkw-Ladungen müssen dafür in eine Hamburger Müllverbrennungsanlage transportiert werden. "Wir wollen in Kürze den Betrieb wieder aufnehmen", so Thilo Gollan.

Die Polizei ermittelt derzeit auch wegen möglicher Brandstiftung und sicherte gestern unter anderem Fußspuren in einem angrenzenden Getreidefeld. Auch ein Brandursachenermittler war vor Ort. Bereits im Mai dieses Jahres hatte es auf dem Recyclinghof einen Großbrand gegeben. Damals war eine Lagerhalle in Flammen aufgegangen. Darin befanden sich eine Sortieranlage, ein Kran sowie Bauabfälle, die recycelt werden sollten. Trotz des Einsatzes von mehr als 200 Feuerwehrleuten aus dem Landkreis Nordwestmecklenburg und der Stadt Schwerin wurde die Lagerhalle damals durch das Feuer vollständig vernichtet. Der Schaden belief sich auf rund 600 000 Euro. Wie hoch der Schaden dieses Mal ist, war zunächst unklar. Verletzt wurde niemand.