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Rehna Ermittlungen gegen Rehnaer Vize-Bürgermeister

Von mica | 26.10.2011, 07:42 Uhr

Ärger in der SPD Nordwestmecklenburgs: Der Kreistagsabgeordnete und stellvertretende Rehnaer Bürgermeister Michael Drechsler steht im Verdacht, betrunken Auto gefahren zu sein, einen Unfall verursacht und sich danach unerlaubt vom Unfallort entfernt zu haben.

Entsprechende Vorwürfe sind im Internet aufgetaucht.

Der Vorfall soll sich demnach auf dem Markt in Drechslers Heimatstadt abgespielt haben, in der er sich seit Jahren als Kommunalpolitiker engagiert und als stellvertretender Bürger meister ein Ehrenamt bekleidet. Konfrontiert mit den Vorwürfen erklärte der Kommunalpolitiker Michael Drechsler gestern auf SVZ-Anfrage: "Da das noch ein schwebendes Verfahren ist und ich überhaupt noch nicht weiß, was dabei rauskommt bzw. ich noch keine Unterlagen habe, möchte ich dazu nichts sagen."

Nach SVZ-Recherchen leitete die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen Drechsler wegen des Verdachts der vorsätzlichen Trunkenheit im Straßenverkehr ein. Sollte die Staatsanwaltschaft Anklage erheben, drohen dem SPD-Politiker im Falle einer Verurteilung eine Freiheitsstrafe von einem Jahr bzw. eine Geldstrafe.

Aus einem Polizeireport geht hervor, was sich auf dem Rehnaer Marktplatz abgespielt haben könnte: Demnach soll der 65-jährige Drechsler abends mit einem Opel gegen das Heck eines Audis gefahren sein und sich danach unerlaubt vom Unfallort entfernt haben. Es entstand ein Schaden von insgesamt 700 Euro.

Am Morgen nach der Kollision soll Drechsler selbstständig an der Unfallstelle erschienen sein. Er räumte nach Polizeiangaben dort ein, dass er im Anschluss eines Gaststättenbesuchs nach Hause fahren wollte.

"In der Gaststätte hatte der 65-Jährige mehrere Biere getrunken und sei dann gegen 22 Uhr beim Ausparken auf die Anhängerkupplung gefahren. Beide Fahrzeuge verkeilten sich derart, dass sie sich nicht mehr trennen konnten. Dem Unfallverursacher wurde ein freiwilliger Atemalkoholtest angeboten. Der angezeigte Wert von 0,95 Promille führte zu einer angeordneten zweifachen Blutprobenentnahme", so André Falke von der Polizeiinspektion Wismar.

Ein langjähriger politischer Weggefährte Drechslers zeigte sich gestern überrascht von den im Internet aufgetauchten Vorwürfen: "Es ist bedauerlich, dass Herrn Drechsler offenbar solch eine Dummheit passiert ist. Er muss mit seinem Gewissen ins Reine kommen und sich überlegen, ob er politisch weiter macht oder nicht. Poli tiker mit Vorbildfunktion sollten strengere Maßstäbe an sich anlegen."