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Wismar Eine Stadt platzt aus allen Nähten

Von HGL | 14.12.2017, 20:55 Uhr

Berlin, Hamburg oder Bremen – neue Einwohner kommen aus allen Ecken Deutschlands

Die Kreisstadt wächst und wächst, platzt nahezu aus den Nähten. Knapp 43 000 Einwohner zählte Wismar Ende 2016, Tendenz weiter stark steigend. Freie Mietwohnungen sind mittlerweile nahezu Fehlanzeige, auch die Immobilienmakler haben nicht mehr so wirklich viel zu bieten. „Vor allem die Nachfrage nach Eigenheimen ist sehr groß“, sagt Stadtsprecher Marco Trunk.

Deshalb erschließt die Stadt immer mehr Wohngebiete. Redentin Ost, Friedenshof II am Klinikum, das Seebad Wendorf, Lübsche Burg Ost und Klußer Damm – hier wird schon gebuddelt, was das Zeug hält. 361 Grundstücke mit jeweils ein bis zwei Wohneinheiten werden dort bereits erschlossen. In Vorbereitung sind weitere Wohngebiete in Schwanzenbusch, am Lenensruher Weg, am Dahlberg und auf dem Gelände des alten Gaswerks an der Schweriner Straße mit noch einmal mehr als 180 Wohneinheiten. Und perspektivisch plant die Stadt weitere Wohnstandorte im Ortsteil Redentin und am Hohen Damm. 70 Grundstücke, die in Richtung Insel Poel entstehen sollen.

Beispiel Lübsche Burg Ost: Nur einen Steinwurf vom Stadtzentrum entfernt, wo zu DDR-Zeiten die Truppen der sowjetischen Streitkräfte zum Appell antraten, werden seit mehr als einem Jahr auf 98 000 Quadratmetern die Erschließungsarbeiten für insgesamt 80 Wohngrundstücke vorangetrieben. Lediglich vier Grundstücke sind nach Angaben der W&N Immobilien-Gruppe, die den Verkauf der Grundstücke koordiniert, noch zu haben. Der Rest ging bereits weg wie warme Semmeln.

„Das landschaftlich schön gelegene Areal mit umfassender Verkehrsanbindung ist von Anfang an auf großes Interesse gestoßen, auch überregional“, sagt W&N-Vertriebsleiter Hans Joachim Hohlweg. Einheimische als auch Erwerber aus dem ganzen Bundesgebiet hätten hier Grund und Boden erworben: Etwa 71 Prozent der Käufer stammen aus Wismar und Umgebung, viele kommen aus dem Raum Berlin und den Regionen um Hamburg und Bremen, etliche aus Niedersachsen. Das Unternehmen geht davo aus, dass bis Jahresende auch die letzten freien Parzellen verkauft sind.

Ab Februar nächsten Jahres könne die Bebauung starten. Wegen des unbeständigen Wetters im Sommer 2017 und einer aufwendigen Bodenreinigung des Grundstückes von Metallschrott hatte die grundlegende Erschließung des Areals etwas länger gedauert als geplant.

Mit Jahresbeginn 2018 soll dann aber eine individuelle Quartiersstruktur wachsen, mit 80 Einzelhäusern sowie bis zu 30 Reihenhäusern und Eigentumswohnungen. Zudem werden im Mischgebiet nach und nach Gewerbe- und Nahversorgungsobjekte sowie Parkplätze gebaut. Angedacht und geprüft werden darüber hinaus derzeit auch Modelle für seniorengerechtes Wohnen und Studentenwohnen.

Der Grund für die steigende Nachfrage nach Wohnraum und -eigentum sowie der damit stetig wachsenden Einwohnerzahl in der Kreisstadt ist mit der guten wirtschaftlichen Entwicklung schnell ausgemacht. Bürgermeister Thomas Beyer: „Wismar ist eine wieder wachsende Stadt, anziehend auch wegen der vielen guten Arbeitsplätze. Das neu eröffnete Werk 2 von Egger sei dafür nur ein Beispiel – oder die Werft, die in den letzten Monaten hunderte neuer Mitarbeiter eingestellt hat und noch einstellen wird.“