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Uhren in Rehna Ein Atelier voller Raritäten

Von vobo | 10.12.2016, 04:45 Uhr

Uhrmachermeister Günter Klein stellt in seiner neuen Galerie alte Regulatoren aus - diese können auch erworben werden

Wer den Laden von Günter Klein betritt ist sofort gefangen von der Atmosphäre des Ortes: Das sonore Ticken unzähliger Regulatoren an Wänden, in Vitrinen und auf Vertikos versetzt zurück in eine Zeit ohne batteriebetriebene Quarz- und Funkuhren. „Während meiner Tätigkeit in München bin ich mit dem Virus dieser alten Meisterwerke der Uhrmacherkunst angesteckt worden. Dort waren eine Menge solcher Uhren im Umlauf. Deren Qualität und damit verbundene Langlebigkeit faszinieren mich“, erklärt Günter Klein sein Faible.

Die letzten 13 Jahre vor seiner Rückkehr in die Klosterstadt 1998 hat der heute 78-Jährige in der bayerischen Landeshauptstadt eine Uhren-Reparaturwerkstatt betrieben. Zuvor hatte er bereits in Düsseldorf und Hamburg solche Läden. Uhren begleiten Günter Klein sein ganzes Leben. Bereits der Vater des in Neubrandenburg geborenen Feinmechanikers war Uhrmacher und betrieb einen Laden, zuletzt in dem Haus in Rehna, Am Markt 6, da wo nun auch wieder der Name Klein an der Fassade prangt. „Ich habe hier 1952 meine Lehre begonnen“, erzählt Günter Klein. 1957 verließ er dann die DDR Richtung Westen und bekam 1961 von der Hamburger Handwerkskammer seinen Meisterbrief. Unzählige Werke der verschiedensten und unterschiedlichsten Zeitmesser hat Klein seitdem unter den Fingern gehabt - von der filigransten Damen-Schmuckuhr bis hin zu den begehbaren Kirchturmuhren. „Es gibt so viele unterschiedliche Systeme und Funktionsweisen, verbunden mit Gehäusen aller Formen, Farben und Materialien besonders aus früheren Zeiten, die immer noch funktionieren“, so der Uhrmacher.

Deshalb habe er jetzt in einem kleinen Nebenraum seines Geschäfts ein Atelier eingerichtet, in dem er besonders schöne und seltene Stücke präsentiere. Diese Galerie ist in ständigem Wandel, denn alle Uhren dort sind auch zu kaufen. Günter Klein kauft alte, meist sich in schlechtem Zustand befindliche Exemplare auf und macht sie wieder gangbar. So kommt es, dass in dem Laden Wiener und halbe Wiener neben Coomtase und Bilderuhr, beide aus Frankreich, hängen. In Bezug auf sein fortgeschrittenes Lebensalter sagt der Uhrmachermeister: „Ich schaue eigentlich nur noch von Jahr zu Jahr. Aber zwei bis drei möchte ich schon noch machen.“ Für die Zeit danach sucht er allerdings schon jetzt einen geeigneten Nachfolger, der das Geschäft übernimmt.