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Landesbund für Vogelschutz Deutschlands größte Vogelzählung

Von Redaktion svz.de | 04.01.2019, 20:00 Uhr

Unter dem Motto „Stunde der Wintervögel“ startet die Aktion des Landesbundes für Vogelschutz

An der Futterstelle in meinem Garten sind zur Zeit nicht besonders viele Vögel zu beobachten. Die Gründe dafür können vielfältig sein, vielleicht liegt es an der milden Witterung oder am reichen Nahrungsangebot im nahen Wald. Vielleicht gibt es auf Grund der Klimaveränderung auch eine Änderung im Zugverhalten unserer Wintergäste. Oder hat der heiße Sommer zu Verlusten in der heimischen Vogelwelt geführt? Die jährliche Wintervogelzählung soll dazu beitragen, diese Fragen zu beantworten.

Seit 2011 wird deutschlandweit gezählt

Unter dem Motto „Stunde der Wintervögel“ läuft die Aktion des Landesbundes für Vogelschutz seit dem Jahr 2005 in Bayern sehr erfolgreich. Im Jahr 2011 hatte sich der Nabu in die Aktion eingeklinkt, seitdem wird deutschlandweit gezählt. 136 000 Naturfreunde nahmen im vergangenen Jahr an der Mitmachaktion teil. Sie zählten Vögel an Futterstellen in Gärten und Parks, auf Balkonen und auf der Fensterbank. Insgesamt wurden die Ergebnisse von mehr als 92 000 Zählstellen übermittelt. Im vergangenen Jahr wurden pro Zählstelle im Durchschnitt 38 Vögel gezählt. Leider ist der Trend rückläufig; im Jahr 2011 waren es noch 46 Vögel pro Futterstelle.

Der häufigste Vogel ist fast immer der Hausspatz, gefolgt von Kohlmeise und Blaumeise. Durch die Langfristigkeit des Projektes und die große Datenmenge sind nicht nur Aussagen zu Bestandsentwicklungen möglich, auch Änderungen im Zugverhalten können erkannt werden. So werden zum Beispiel der Star und andere Kurzstreckenzieher – wie Hausrotschwanz und Bachstelze – immer häufiger an den Futterstellen beobachtet. Aufgrund der milden Winter versuchen sie immer öfter, in ihren Brutgebieten zu überwintern.

Und wie genau zählt man nun?

Nehmen Sie sich eine Stunde Zeit und zählen und bestimmen Sie die Vögel an einer Futterstelle. Notieren Sie von jeder Vogelart die höchste Anzahl, die im Lauf einer Stunde gleichzeitig zu sehen war. Zählen Sie auch Vögel, die sich in Ihrer Sichtweite, aber außerhalb Ihres Gartens aufhalten beziehungsweise Ihren Garten überfliegen. Da einzelne Vögel in einer Stunde immer wieder an eine Futterstelle kommen, sollten Sie nur die Maximalzahl melden, die Sie gleichzeitig sehen. Zum Beispiel: Kommen zunächst zwei Amseln, später drei Amseln und am Ende der Stunde noch mal eine Amsel, notieren Sie 3 Amseln. Melden können Sie ihre Ergebnisse online auf www.nabu.de oder Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe oder telefonisch unter der kostenlosen Hotline 0800 / 1157 115.

Auf den Internetseiten von Nabu und DBV gibt es außerdem viele weitere Informationen zu der Mitmachaktion, zum Beispiel Bestimmungshilfen, falls Sie sich einmal nicht ganz sicher sein sollten, um welchen Vogel es sich handelt. Am Sonntag von 10.30 bis 11.30 Uhr zählt zudem mein Kollege Torsten Wäder die Vögel an der Futterstelle Pahlhuus. Interessierte sind dazu herzlich eingeladen. Neben den „Standvögeln“, die das ganze Jahr über hierbleiben, lassen sich im Winter zusätzliche Wintergäste beobachten, die aus dem eisigen Norden nach Mitteleuropa ziehen. Besonders gut kann man die Vögel am Futterplatz bestimmen.

Aus der Biosphäre von Holger Quardokus

Holger Quardokus ist Ranger im Unesco-Biosphärenreservat Schaalsee. Hauptaufgaben eines Rangers sind Naturbeobachtung, Dokumentation, Bildungsarbeit, Besucherbetreuung und Landschaftspflege. Ranger sind die ersten Ansprechpartner für die Bürger in allen Fragen, die den Naturschutz im Biosphärenreservat betreffen. Weitere Informationenen unter www.schaalsee.de.