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Rehna Bürgermeister sauer auf Palmberg

Von Redaktion svz.de | 19.12.2017, 04:45 Uhr

Nach Investitionsankündigung in Rehna ist Schönberger Lutz Götze enttäuscht vom ortsansässigen Büromöbelhersteller

Der Büromöbelhersteller Palmberg baut sein neues Werk in Rehna, nicht im Schönberger Gewerbegebiet. Im Interview spricht Schönbergs Bürgermeister Lutz Götze (SPD-Fraktion) über seine Enttäuschung und mögliche Gründe für die Absage.

Herr Götze, der Schönberger Büromöbelhersteller Palmberg hat entschieden, sein neues Werk nicht in Schönberg, sondern in Rehna zu bauen. Wie enttäuscht sind Sie darüber?
Lutz Götze: Warum sich Palmberg für Rehna entschieden hat, kann nur Palmberg selbst beantworten. Ganz sicher geht es in erster Linie um den Preis. Die Stadt Schönberg bekam leider keine Chance, obwohl es abgesprochen war, neue Kostenschätzungen und andere Sachen erneut vorzuschlagen. Selbst ein politisch gewollter Preis wäre möglich gewesen.

Im Rehnaer Gewerbegebiet zahlt Palmberg 19 Euro pro Quadratmeter, in Schönberg sollten es 33 Euro sein. Wieso ist es in Schönberg deutlich teurer als im benachbarten Rehna?
Aufgrund des Erschließungsaufwandes können wir mit dem Preis in Rehna nicht mithalten. Was mich überrascht hat ist, dass der Entschluss der Firma, sich in Rehna anzusiedeln mit hoher Wahrscheinlichkeit schon feststand, als zum ersten Mal über Preise gesprochen wurde. Konkrete Nachberechnungen haben gezeigt, dass wir deutlich unter dem Erstangebot hätten bleiben können. Und das ohne Fördermittel, die beantragt werden. Aber wenn das Ergebnis nicht mehr interessiert – bedauerlich. Bedauerlich ist auch, dass nicht die Stadt Schönberg zuerst informiert wurde, sondern die Landeseigene Grundstücksgesellschaft (LEG) als Auftragnehmer der Stadt per Mail.

Seit Jahren gibt es im Gewerbegebiet Diskussionen zwischen Stadt und Landkreis Nordwestmecklenburg um eine Straße, die versprochen aber nicht gebaut wurde. Wie ist der aktuelle Stand?
Es geht um eine 97 Meter lange Straße. Nach Rückkehr der Landrätin Kerstin Weiss von ihrer Kur, wird das im Landkreis jetzt Chefsache. Ein Termin zur Absprache liegt auf dem Tisch. Aber klar ist, dass wir natürlich an weiteren Ansiedlungen im Gewerbegebiet arbeiten. Es gibt einige Interessenten. Vorrang hatte bislang aber die Firma Palmberg.

Hintergrund
Der Schönberger Büromöbelhersteller Palmberg will mehr als sieben Millionen Euro in Rehna investieren und Akustikelemente produzieren. Dafür kaufte die Firma ein 12 410 Quadratmeter großes Grundstück im Rehnaer Gewerbegebiet Nord.