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Bantin Bei 41 Grad fließt Honig aus Fässern

Von Michael Seifert | 27.12.2010, 01:57 Uhr

Im Inneren des Raumes herrschen hochsommerliche Temperaturen von 41 Grad.

Draußen hat der Winter mit klirrender Kälte alles im Griff. Dr. Winfried Dyrba, Leiter des Bienenzuchtzentrums Bantin, erklärt seinen Besuchern, dem SPD-Bundestagsabgeordneten Hans-Joachim Hacker und seiner Büro-Mitarbeiterin Erika Deetz, warum es in der Anlage so warm sein muss. "Nach der Anlieferung des geschleuderten Honigs werden die Fässer kopfüber auf ein Gitterrost gelegt, um den Inhalt schnell aus den Behältnissen zu bekommen und weiterverarbeiten zu können", so Dr. Dyrba. Und derzeit haben die Mitarbeiter des Bienenzucht zen trums nahe Wittenburg alle Hände voll zu tun, um den eigenproduzierten und den von den Mitgliedern der Honigerzeugergemeinschaft angelieferten Honig abzufüllen und an zwei Handelsketten auszuliefern.

"Die Ernte dieses gesunden Naturprodukts ist aus Sicht des Bienenzuchtzentrums in diesem Jahr sehr gut ausgefallen", so Dyrba, der auch darüber informierte, dass es auf dem Gelände des Zentrums selbst zwei Imkerbetriebe gibt. "Nachdem es im Vorjahr nicht so gut lief, kamen wir 2010 auf einen Ertrag von 17,5 Tonnen." Die Honigproduktion war in diesem Jahr in den Monaten von Juni bis September möglich. "Durchschnittlich werden im Jahr 40 Tonnen Honig erzeugt. Während wir mit unserem Ergebnis zufrieden sein können, mussten in diesem Jahr die rund 80 zur Honigerzeugergemeinschaft gehörenden Imker einen Ertragsausfall von 30 Prozent hinnehmen."

Klangvolle Namen haben die verschiedenen Sorten: Sommerhonig, Waldhonig, Rapshonig, Akazienhonig, Kornblumenhonig, Heidehonig. In der Abfüllung sind Jutta Zahn und Birgit Hohnsbein damit beschäftigt, den Honig in 500-Gramm-Gläser zu portionieren. Aufmerksam schaute Hans-Joachim Hacker zu, während er den Erläuterungen von Dr. Dyrba und Wolf-Dieter Feldkamp, dem Vorsitzenden des Landesverbandes der Imker Mecklenburg und Vorpommern zu den Abläufen der Honigproduktion, Weiterverarbeitung und zu den Aufgaben des Bienenzuchtzentrums folgt. Neben Zuchtarbeit, Gutachtertätigkeit und Beratungsaufgaben stehen die Imkerausbildung sowie die Schulung und Weiterbildung der Freizeitimker im Mittelpunkt. Auch wird in Bantin eine wirksame Öffentlichkeitsarbeit geleistet, bei Messen, Ausstellungen, beim Tag der offenen Tür (Blütenfest) und anderen Events präsentiert sich das Zuchtzentrum. Teilnahmen an Präsentationen einheimischer Produzenten wie beim Biosphäre-Markt gehören ebenso dazu. Dem Bundestagsabgeordneten Hans-Joachim Hacker, der bei einem Imkertreffen in Sternberg versprach, das Bienenzuchtzentrum zu besuchen, gaben Wolf-Dieter Feldkamp und Dr. Dyrba verschiedene Anregungen für eine Kleine Anfrage im Bundestag mit auf den Weg. Bei dem umstrittenen Thema der gentechnischen veränderten Produkte stellen sich die Imker gegen die Freisetzung von Blütenpflanzen. Solange es hier keine Rechtssicherheit seitens der EU gebe, sei das auch für die Imker eine schwierige Situation. "Unsere Forderung ist, dass die EU eine Kennzeichnungspflicht für alle Produkte, und nicht nur für Honig beschließen möge", so Landesvorsitzender Feldkamp. "Zudem möchten wir, dass Zulassungsuntersuchungen bei Pflanzenschutzmitteln langfristig erfolgen. Was die EU-Regelung betrifft, so fehlen bei der Zulassung oft wichtige Dinge. Es wäre wünschenswert, wenn der Bundestag ein Positionspapier zusammenstellen könnte, ob die Mittel für den Bienenflug giftig sind", so Feldkamp. Durch den Einsatz von giftigen Pflanzenschutzmitteln werden jährlich zahlreiche Völker vernichtet.