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Schönberg Bauern feiern rauschende Ballnacht

Von stol | 02.02.2014, 22:49 Uhr

Landwirte aus Nordwestmecklenburg tauschten Gummistiefel und Arbeitshose gegen Tanzschuhe und Anzug ein

Ein rauschendes Fest mit strahlenden Gesichtern, gutem Essen, guter Musik und netten Gesprächspartnern – das war der Kreisbauernball in der Schönberger Palmberghalle. Rund 200 Gäste begrüßte der Vorsitzende des Kreisbauernverbands Nordwestmecklenburg, Jörg Haase. Viele von ihnen Landwirte, die Gummistiefel und Arbeitshose gegen Tanzschuhe und Anzug tauschten.

Bevor es zum gemütlichen Teil überging, nutzte Jörg Haase die Gelegenheit, um sich beim Vorstand zu bedanken und bei Geschäftsführerin Petra Böttcher. Sie ist seit zwölf Monaten im Amt. Für den Verbandsvorsitzenden „unsere größte Bereicherung im vergangenen Jahr“.

Haase und Böttcher waren es, die sich nach dem Buffet als erstes auf die Tanzfläche trauten. Ihnen folgten zahlreiche Gäste. Darunter auch Jessie-Paulin Timm aus Jeese bei Grevesmühlen. Die 19-jährige Industriekauffrau, deren Vater Landwirt ist, hatte das auffälligste Outfit des Abends an. Mit ihrem rosa Cocktailkleid zog sie offensichtlich nicht nur die Blicke ihres Freundes Tobias Gruhn auf sich.

Auch Kerstin Weiss fiel optisch auf. Die zweite stellvertretende Landrätin kam in Begleitung ihres Lebensgefährten Ralf Reinhardt in einem rot bestickten Kleid aus schwarzer Seide in die Palmberghalle. Das gute Stück habe sie in Jinan gekauft, als sie vor Jahren im Auftrag des Kreises in China war. Getragen habe sie das Kleid bislang aber nicht. „Heute Abend hat mein Mann gesagt, jetzt ziehst du das an. Das sieht gut aus.“

Ein Thema unter den Landwirten beim Bauernball: die bevorstehende Landratswahl im Mai. Mit Kerstin Weiss von der SPD und Gerhard Rappen von der CDU waren zwei aussichtsreiche Kandidaten für die Nachfolge von Birgit Hesse (SPD) bei der Party der Landwirte. Beide tanzten viel, nicht mit-, aber nebeneinander, führten intensive Gespräche, hatten sichtlich Spaß. Für Kerstin Weis war es der erste Bauernball und ein sehr schöner, wie sie sagt: „Tolles Essen, tolle Leute, tolle Feier.“ Und sicher auch eine gute Gelegenheit, um ein wenig Werbung in eigener Sache im Hinblick auf die Landratswahl zu machen? „Ich hatte mich schon angemeldet, bevor feststand, dass ich für die SPD nominiert werde. Aber sicher haben jetzt alle Auftritte, egal wo man ist, irgendwas mit der Wahl zu tun. Wenn man das nicht sagen würde, wäre man nicht Hundertprozent ehrlich“, so Weiss.

Für Gerhard Rappen (CDU) ist der Kreisbauernball seit Jahren ein willkommener Termin: „Es ist für mich keine Wahlkampfveranstaltung, sondern einfach ein gemütliches Beisammensein.“ Rappen ist in der Landwirtschaft groß geworden und studierter Diplom-Agraringenieur. Er liebe das Fachsimpeln mit Freunden und ehemaligen Studienkollegen. „Es ist immer eine wunderbare Atmosphäre“, so Rappen. Deshalb komme er jedes Jahr gerne zum Bauernball. Natürlich immer in Begleitung seiner Frau Petra, die ein sportlich elegantes, schwarzes Kleid trug. Das Fest in Schönberg war für Petra und Gerhard Rappen so etwas wie ein Heimspiel, auch wenn sie seit Jahren in Oberhof wohnen. Die Pressesprecherin des Kreises ist in Schönberg aufgewachsen, ihr Mann wenige Kilometer entfernt in Ollndorf. Dementsprechend herzlich begrüßten viele die Rappens.

Mit beim Bauernball dabei war auch Frank Lenschow, hauptberuflich Landwirt in Grieben, nebenberuflich Amtsvorsteher des Amtes Schönberger Land. Er lobte die „gemütliche Atmosphäre.“ Für Hans Rotermann, jahrelang Vorsitzender des Kreisbauernverbandes und inzwischen Ehrenmitglied, ist der Bauernball ein Muss: „Hier trifft man viele Bekannte mal unter anderen Umständen – zum Vergnügen. Das ist immer schön.“ Schönbergs Bürgermeister Michael Heinze (Die Linke) war das erste Mal beim Kreisbauernball. Er kam mit seiner neuen Lebenspartnerin, sprach von einer guten Feier. „Alles passt, alles optimal.“

Dr. Regina Rinas, Leiterin des Staatlichen Amtes für Umwelt und Landwirtschaft (StALU), erschien mit ihrem Mann Gerd. Er ist Redakteur bei der Bauernzeitung. Die Leiterin de StaLU folgte zum dritten Mal der Einladung des Bauernverbandes: „Es sind immer wunderbare Feste, bei denen man die Landwirte besser kennen lernt.“ Für Schenkelklopfer und Staunen bei den Landwirten sorgte Stefan Fischer. Der Tenor amüsierte die Gäste eine halbe Stunde lang nicht nur mit Witzen, er beeindruckte sie auch mit seiner außergewöhnlichen Stimme. Zur Belohnung gab es tosenden Applaus von den Landwirten. Jörg Haase zeigte sich sehr zufrieden mit dem Bauernball. „Die Stimmung war super, alle haben gesagt, es war ein sehr schönes Fest“, so Haase, der sich freute, dass die Landwirte gezeigt haben, dass sie rauschende Partys feiern können.