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Gadebusch-Rehnaer Zeitung Ausschließeritis

Von Christoph Slangen | 24.09.2009, 07:51 Uhr

Es wird spannend im Wahlkampf-Endspurt: Der schwarz-gelbe Vorsprung schmilzt, ein Kopf-an-Kopf-Rennen wird vorausgesagt.

Trotz der SPD-Aufholjagd ist die Kanzlerfrage mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit entschieden - jedenfalls wenn man den Schwüren glauben darf. Denn die Ausschließeritis auf allen Seiten hat dazu geführt, dass nun nur noch zwei Paarungen ernsthaft übrig bleiben - oder ein Wortbruch von FDP, Grünen oder SPD. Eine schwarz-gelbe Koalition oder die Neuauflage der großen Koalition steht zu erwarten. Im ersten Fall bliebe Angela Merkel Kanzlerin, im zweiten auch - es sei denn, die Sozialdemokraten würden im Schlussspurt noch die Union überflügeln, was nicht wirklich wahrscheinlich ist. Ein Indiz für den mangelnden sozialdemokratischen Glauben an ein Wahlkampfwunder sind die absonderlichen Nebengefechte: Da wird die Legitimität einer schwarz-gelben Regierung angezweifelt, falls diese nur mit Hilfe von Überhangmandaten zustande käme. Auch die Fraktionsgemeinschaft von CDU und CSU wird von Müntefering, Steinbrück & Co. wieder zur Disposition gestellt. Ein selbstbewusster Kampf um die Mehrheit sieht anders aus. Als realistische Option für die SPD erscheint, möglichst stark in eine erneute große Koalition eintreten zu können. Dass nach langen Zeiten einer schwarz-gelben Hegemonie in den Umfragen ein schwarz-rotes Bündnis Teil Zwei nicht ausgeschlossen erscheint, werten die SPD-Wahlkämpfer bereits als Erfolg.