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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

21. November 2017 | 13:19 Uhr

Wendorf : Zwischen Strand und Strickkunst

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Heidi Neuenhoff aus Wendorf liebt die Geselligkeit, das Winterbaden in der Ostsee sowie das Stricken von Socken und Mützen für Neugeborene.

von
erstellt am 31.Jan.2015 | 08:00 Uhr

Stricken ist ihre Leidenschaft. „Aber nur am Abend“, sagt Heidi Neuenhoff aus Wendorf. Die Seniorin ist voller Tatendrang, sprüht vor Ideen für gemeinschaftliche Aktionen. Obwohl ihr Heimatort Wendorf eigentlich eher abgelegen zwischen Rieps und Schlagsülstorf liegt. „Ich muss einfach viel unter Menschen sein“, sagt die Wendorferin. Da reiche es nicht einmal aus, mit der Familie unter einem Dach in dem großen Bauernhaus zu wohnen. Die Treffen mit der Volkssolidarität Utecht und dem Behindertenverein Schlagsdorf sind wichtige Vorhaben im Verlauf eines Monats.

Wer spontan einen Termin bei Heidi Neuenhoff möchte, der muss Glück haben, denn auf Anhieb ist sie per Telefon nicht immer erreichbar. Wer die Rufnummer der Wendorferin wählt, der muss sich durchaus mit einem Tuten am Telefon begnügen, bevor der Anrufbeantworter anspringt: „Hallo, hier ist Heidi. Ich bin mal wieder auf der Flucht.“

Jetzt im Januar, da sitzt sie dann doch gerne zu Hause. Mit dem Strickset in der Hand. „Diese Socken erhält unser Urenkel. Vier Jahre ist er alt“, erzählt sie. Als der jüngste Spross der Familie die Neugeborenenstation im DRK-Krankenhaus Ratzeburg verließ, erhielt er eine Strickmütze als Geschenk. „Ich fand das klasse und erkundigte mich sofort, ob ich mich zur Freude junger Eltern beteiligen kann“, sagt Heidi Neuenhoff. Seither tanzen die Stricknadeln allabendlich von links nach rechts, bewegt der ablaufende Faden das Wollknäuel auf ihrem Stubentisch. „Zwischen 12 und 15 Mützen und Sockenpaare stricke ich im Jahr“, erzählt sie. Ein festes Muster gebe es nicht. Nur eine Bedingung:„Der Rand der Mützen muss glatt sein, die Babys sind empfindlich.“

Wer Heidi Neuenhoff kennt, der staunt nicht schlecht über ihre besonderen Hobbys. Trotz Krücken und Laufschwierigkeiten: „Das Neujahrsbaden in der Ostsee ist ein Pflichttermin.“ Seit 2006 stürzt sie sich in die Fluten der kalten See. Wenn auch ein wenig langsamer, als Mitschwimmer, aber dafür mit Plan. Heidi Neuenhoff schmunzelt und sagt: „Meine Freundin lässt an der Seebrücke einen mit einem Stein beschwerten Bindfaden herab. Daran knüpfe ich meine Krücken.“ Anschließend trage sie das Wasser. Aktionen wie diese halten sie in Bewegung, unabhängig vom Alter, das für sie keine Rolle spielt. „Teilnehmen und teilhaben sind wichtig“, sagt sie. Das nasse Element sei ihr Lebenselixier. „Als junger Mensch war ich Wettkampfschwimmerin. Später wechselte ich zu den Rettungsschwimmern. Meine Erfahrungen gebe ich nur zu gerne Kindern beim Erlernen des Schwimmens mit auf den Weg“, sagt sie. Daran wolle sie auch im Alter von 73 Jahren noch festhalten. Allein ihr Urenkel sei Ansporn genug: „Ich bin der Meinung, dass Kinder bis zur Einschulung das Schwimmen erlernt haben müssen.“ Wöchentlich gehe es in die Schwimmhalle. Auch dann, wenn sie heute nicht mehr die Prüfung abnehmen, aber dafür die Grundlagen vermitteln könne.

Sollte angesichts des vollen Terminkalenders ein wenig Freizeit sein, greift sie nur allzugerne zum Fotoapparat. „Schauen sie, im Dezember habe ich diese Rosenblüte fotografiert. Einfach toll.“ Und wenn in diesem Jahr der Winter noch Einzug halte, werde sie bestimmt an einer der Vollmondnächte mit ihrem Labrador-Schäferhundmischling durch den verschneiten Garten laufen. Dabei immer auf der Suche nach geeigneten Fotomotiven, die sich als Grußkarte an all die lieben Menschen verwenden lassen.  

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