Gadebusch : Zwischen Luther und Dänen-Pop

Zum Abschluss ihres Gastspiels sangen die Mitglieder des Chores der Staatlichen Schule Aabenraa aus Dänemark gemeinsam mit dem Schulchor des Gadebuscher Gymnasiums den zuvor einstudierten Hit „As“ von Stevie Wonder. Fotos: Holger Glaner
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Zum Abschluss ihres Gastspiels sangen die Mitglieder des Chores der Staatlichen Schule Aabenraa aus Dänemark gemeinsam mit dem Schulchor des Gadebuscher Gymnasiums den zuvor einstudierten Hit „As“ von Stevie Wonder. Fotos: Holger Glaner

Am Gymnasium geben sich derzeit Schauspieler und Sänger die Klinke in die Hand

svz.de von
06. April 2017, 05:00 Uhr

Das Gymnasium Gadebusch ein Tempel der Kultur – in diesen Tagen könnte auf die Bildungseinrichtung in der Münzstadt wohl kaum eine Bezeichnung besser passen. Theaterprobe am Dienstag, gestern der Gastauftritt eines dänischen Schulchores und heute probt schon wieder der eigene Schulchor für seinen großen öffentlichen Auftritt im Mai in der örtlichen Stadtkirche. Ganz schön viel Kultur auf einmal.

Einen wie auch immer gearteten Kulturschock erleiden die Schüler deshalb aber nicht. Ganz im Gegenteil. Der Auftritt des Chores der Staatlichen Schule Aabenraa aus Dänemark begeisterte die Jugendlichen in der voll besetzten Pausenhalle des Gymnasiums. Kein Wunder. Denn statt altbacken vorgetragenem Chor-Geträllere hatten die 32 stimmgewaltigen Nordlichter poppig aufgemotzte Lieder am Start. Dänische Volksweise, deren Text niemand versteht – na und? Traditionelle afrikanische Musik – egal! Die Dänen arrangierten alles neu, lassen es wie moderne Pop-Musik klingen und haben sogar eine Hommage an den vor einem Jahr gestorbenen US-amerikanischen Sänger, Komponist, Songwriter, Musikproduzenten und Multiinstrumentalisten Prince im Gepäck. Da kann Chorgesang selbst dem eher abgeneigten Publikum schon mal richtig Spaß machen.

Alle zwei Jahre besuchen die Dänen das Gadebuscher Gymnasium nun schon auf ihrer Mini-Tour durch Norddeutschland. Dabei bleibt es allerdings nicht nur beim reinen Konzert. Denn zuvor haben die Gäste gemeinsam mit den 45 Sängern des Gadebuscher Schulchores einen gemeinsamen Auftritt geprobt. Und so schmettern mehr als 70 Kehlern zum Ende des Konzerts mit „As“ von Stevie Wonder den Hit eines der ganz Großen im Pop- und Soul-Geschäft von der kleinen Bühne.

„Das Leben besteht aus mehr als Rechnen und Schreiben. Dazu gehört auch Musik. Und für die Mitglieder unseres Chores ist es ja generell eine tolle Sache, mal einen anderen Chor zu hören. So schauen sie mal über den eigenen Tellerrand hinaus. Das bringt sie weiter“, sagt Musik-Lehrer Rainer Joop.

Am Vortag hatte dessen Kollege Stefan Bullrich bereits elf weitere Schüler um sich versammelt, um für das Theaterstück „Martin Luther – eine szenische Dokumentation in 14 Bildern“ zu proben. Erstmals kamen da auch die nagelneuen Headsets der Theatergruppe zum Einsatz. Die Anschaffung dieser Kopfhörersätze aus einer Kombination von Kopfhörer und Mikrofon war erst durch eine Förderung der Stiftung der Sparkasse Mecklenburg-Nordwest möglich geworden, um die musisch-künstlerischen Veranstaltungen des Gymnasiums zu unterstützen. Das Theaterstück soll im November gleich drei Mal in der Stadtkirche aufgeführt werden. Bis dahin wird jeden Dienstag geprobt.

Apropos: Bereits heute trifft sich auch der Schulchor zu seiner nächsten Probe. Das gemeinsame Ziel: das Kirchenkonzert am 19. Mai in Gadebusch. Wie gesagt: Ganz schön viel los in der Münzstadt.  

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