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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

20. November 2017 | 15:02 Uhr

Windenergie : Zwischen hell- und dunkelgrün

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Bündnis 90/Die Grünen Nordwestmecklenburg beziehen Stellung zur Windkraft, wollen sich dafür notfalls auch verprügeln lassen

svz.de von
erstellt am 21.Mai.2015 | 23:42 Uhr

Atomkraft, nein danke. So viel zumindest ist für die Grünen in Nordwestmecklenburg klar. Natürlich sind auch Kohlekraftwerke schlecht und Bio-Gasanlagen nicht mehr aktuell. Deshalb sollen Sonne und Wind es hierzulande richten. Doch gerade am Ausbau der Windenergie erhitzen sich derzeit die Gemüter. Nicht nur beim Otto-Normalverbraucher. Auch bei den heimischen Grünen. Denn die taumeln offensichtlich irgendwo zwischen hell- und dunkelgrün, zwischen maßvollem und massivem Ausbau der Windenergie.

„Energiewende ist ganz klar unser Thema“, sagt Petra Kesper als neue B90/Grüne-Sprecherin im Nordwestkreis. „Doch auch, wenn es dabei sehr große Probleme gibt, eine hundertprozentige Energieversorgung aus erneuerbaren Energien ist in Deutschland möglich.“

Allerdings dürfe die Umsetzung nur sukzessive und unter der Gewährleistung vollkommener Transparenz erfolgen. „Alles Kartenmaterial soll für jeden Bürger frei zugänglich und nachvollziehbar sein“, fordert Mathias Engling, zweiter Mann der neuen grünen Nordwest-Doppelspitze. „Es müssen Informationen für die Bürgerinnen und Bürger aller jeweils betroffenen Ortschaften durchgeführt werden. Die Wirkungen der Windräder auf die jeweiligen Ortschaften sollten dreidimensional dargestellt werden, um die Planungen virtuell nachvollziehbar zu machen.“

In Sachen Transparenz, analysiert der 28-Jährige, sei in der Vergangenheit viel schief gelaufen. „Die Leute müssen die festgelegten Mindestabstände zu potenziellen Windenergieanlagen verstehen, doch Energieminister Christian Pegel erklärt sie ihnen nicht. Wir werden deshalb für die Freigabe der notwendigen Informationen auf Kreisebene kämpfen.“ Denn Bürgerbeteiligung und nicht nur Bürgerinformation sei ein zentraler Punkt in der Umsetzung der Energiewende. Das Energiekonzept der Landesregierung lasse die Vermutung aufkommen, dass es nicht um intensive Bürgerbeteiligung, sondern nur um ein schnelles Durchwinken zu Gunsten von Investoren und Landbesitzern gehe.

Petra Kesper: „Wir als Grüne werden deshalb zu den Betroffenen vor Ort gehen, uns ihrer Probleme annehmen, Stellung beziehen und uns notfalls auch dafür verprügeln lassen.“

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