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Kulturjahr 2014 : Zwischen Action und Scherzgrenze

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Eine Künstlerkarwane in Rehna, ein Kabarettist auf Posten an der Scherzgrenze - das Jahr 2014 dürfte spannend werden

Ob Abschiedskonzert, Kunstspektakel, Kabarett oder Lesung – das Veranstaltungsjahr 2014 dürfte in Nordwestmecklenburg alles andere als langweilig werden. In Rehna steht René Kollo auf der Bühne, und eine Künstlerkarawane will die Stadt erobern. In Dechow beginnen zudem die zehnten Kulturtage, woran vor Jahren nicht zu denken war.

Ruhe auf ihrem Anwesen, am besten hinter einer hohen Dornenhecke – das habe Irmgard von Puttkamer gewollt, als sie 2002 mit ihrem Mann von Paderborn nach Dechow gezogen war. Dann kam alles irgendwie anders. Nach privaten Veranstaltungen auf der Tenne organisierte sie 2005 auf Anraten von Dorfbewohnern die Auftaktveranstaltung für die Dechower Kulturtage im Saal des Dorfgemeinschaftshauses.

Der „Hamburger Spottverein“ gab damals quasi ein Auswärtsspiel. „Ich war unheimlich aufgeregt. Schließlich wusste ich nicht, ob überhaupt genügend Besucher zu einer Aufführung nach Dechow kommen würden oder ob ich die zugesagte Künstlergage aus der Privatschatulle hätte zahlen müssen“, erinnert sich von Puttkamer. Die Schatulle blieb zu, denn der Erfolg war da. Der Grundstein für einen kulturellen Leuchtturm in Dechow war gelegt.

Das Dechower Leuchtfeuer wird in diesem Jahr vier Mal entfacht. Denn an vier Abenden stehen Künstler bei den Kulturtagen auf der Bühne. Am 14. März werden es Katarzyna Mycka und Franz Bach als Marimba-Duo sein, am 5. April ist es das Wiener Crossover-Ensemble Faltenradio mit Matthias Schorn, am 9. Mai der Kabarettist Axel Pätz und am 14. November Clemens von Ramin. Letzterer liest aus dem Werk ,Kontrabass’ des Bestsellerautors Patrick Süskind. „Dieses Werk ist seit seiner Uraufführung 1981 einer der erfolgreichsten Monologe auf deutschen Bühnen“, sagt Irmgard von Puttkamer. Guido Jäger wird die passende Musik dazu spielen.

Dass sich gestandene Künstler auf den Weg in das kleine Dechow machen und Newcomer ihre Bewerbungsunterlagen mittlerweile in das Dorf schicken, verwundert von Puttkamer nicht: „Wenn sie hier das erste Mal den Raum betreten, die Bühne und das kleine eingeschaltete Arbeitslicht sehen, heißt es seitens der Künstler oft ,Oh wunderbar‘ oder ,Wow, so haben wir uns das ja gar nicht vorgestellt‘.“

Noch vor Jahren war der Saal eine Bruchbude. Erst durch das freiwillige Engagement von Einwohnern der Gemeinde wurde das Gebäude saniert. Sie sorgten auch dafür, dass Künstler in Dechow wieder auf den Brettern, die die Welt bedeuten, stehen können.

Ehrenamtliches Engagement, das ist auch ein paar Kilometer nordöstlich von Dechow vorhanden: in Rehna. Dort wird es auch in diesem Jahr die Veranstaltungsreihe Musik und Theater im Nonnengarten geben. Sorgte Angelika Milster 2013 für ein ausverkauftes Konzert vor historischer Kulisse, so wird dieses Mal René Kollo zu Gast sein. Der Tenor ist auf Abschiedstournee und will in Rehna die schönsten Melodien seines Lebens am 14. Juni erklingen lassen, kündigt der Klosterverein Rehna an.

Auch die Festspiele MV haben Nordwestmecklenburg als Veranstaltungsort auserkoren: Das musikalische Wandertheater der Festspiele zieht, angeführt vom Weltmusik- und Jazz-Ensemble Quadro Nuevo, durch das Land und macht am 5. August Station in der Klosterstadt Rehna. Gemeinsam mit der Compagnie Bodecker & Neander – Pantomimen und Meisterschüler von Marcel Marceau – und dem Tanztheater Danza Furiosa vereint die Künstlerkarawane die Welt der Musik mit Pantomime, Tanz, Akrobatik und Jahrmarktskino.

Beim großen Open Air im Park von Schloss Bothmer in Klütz gestaltet das Orchester der Deutschen Oper Berlin u. a. mit Nikolay Borchev und dem Gitarren-Virtuosen Miloš am 16. August eine „Spanische Nacht“. Das Programm spannt den Bogen von Ouvertüren und Arien aus „Don Giovanni“, „Carmen“ und „Der Barbier von Sevilla“ über das berühmte Gitarrenkonzert „Concierto de Aranjuez“ bis zu Flamenco-Klängen.

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erstellt am 05.Jan.2014 | 22:45 Uhr

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