Stromtankstelle in Grevesmühlen : Zweite Strom-Tankstelle geht ans Netz

Landrätin Birgit Hesse und Stadtwerke-Geschäftsführer Heiner Wilms laden an der Stromtankstelle die Batterie von 'Flitzi' auf. Hans Taken (2)
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Landrätin Birgit Hesse und Stadtwerke-Geschäftsführer Heiner Wilms laden an der Stromtankstelle die Batterie von "Flitzi" auf. Hans Taken (2)

Batterien von Elektroautos können seit gestern auch auf dem Parkplatz der Grevesmühlener Malzfabrik aufgeladen werden. Bisher gibt es nur 22 solcher Fahrzeuge in Nordwestmecklenburg.

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12. September 2012, 10:10 Uhr

Grevesmühlen | Zwei zu 22 - dieser Schlüssel kann sich sehen lassen. Durch den alten Landkreis Nordwestmecklenburg rollen derzeit 22 Elektrofahrzeuge, und ihren Benutzern steht seit gestern eine zweite Stromtankstelle in der Region zur Verfügung. Neben der Aufladestation in Wismar können die E-Autos nun auch in Grevesmühlen an eine öffentliche Stromzapfsäule.

Der graue Stromkasten steht am Rande des Parkplatzes der Malzfabrik und ist so unauffällig, wie graue Stromverteilerkästen nun mal so sind. Doch das neben stehende grüne Schild mit Zapfsäulen- und Stromsteckersymbol sowie dem Schriftzug "Freischaltung im Bürgerbüro", machen diesen Kasten dann doch wieder interessant - vorausgesetzt, der Halter eines Elektro-Fahrzeugs muss den Akku aufladen. Nach der Bedarfs-Anmeldung im angrenzenden Bürgerbüro wird der Strom freigeschaltet und dann kann aufgeladen werden. "Vorerst kostenlos und ganz unbürokratisch", wie Heiner Wilms, Geschäftsführer der Stadtwerke Grevesmühlen, gestern bei der Eröffnung der Strom-Tankstelle versprach. Der Bedarf, so Wilms, sei noch überschaubar, eine entsprechende Software für ein Bezahlsystem jedoch wesentlich teuerer als die jetzige Variante. Die abgespeckte Version kostet die Stadtwerke und den Kreis Nordwestmecklenburg jeweils rund 800 Euro.

Keine Schadstoffbelastung - das ist ein Ziel, das Stadtwerke und Landkreis mit der Inbetriebnahme dieser Elektrotankstelle verfolgen: Deshalb wurde extra für diese Strom-Tankstelle von den Stadtwerken "Grüner Strom", also Energie, die mit Hilfe von umweltfreundlichen Herstellungsverfahren aus regenerativen Energiequellen erzeugt wird, eingekauft. "Wir wollen in Zeiten der Energiewende die Elektromobilität voranbringen", betonte Wilms. Deshalb werden die Stadtwerke, so der Geschäftsführer, bald auch eine Elektro-Tankstelle mit vier Anschlüssen in Betrieb nehmen und die gasbetriebene Auto-Flotte werde um ein Elektrofahrzeug erweitert.

Für Landrätin Birgit Hesse sei diese Tankstelle "eine tolle Sache für Grevesmühlen". Diese Einrichtung sei beispielgebend und stehe der öffentlichen Hand, so die Landrätin weiter, gut zu Gesicht. Auch der Landkreis ist in Sachen Elektromobilität nicht ganz unerfahren. Ein E-Bus rollt im Rahmen eines Forschungsprojekts bereits durch die Region. Und da ist ja auch noch "Flitzi". Flitzi, so lautet der Spitzname für das kleine Elektromobil, das im Zuge eines Feldtests zur Elek tromobilität der Metropolregion Hamburg seit Januar auch durch Nordwestmecklenburg saust. Vier Jahre lang sitzt der Landkreis mit hinter dem Steuer dieses Projekts, zahlt dafür monatlich eine Rate von 299 Euro plus Steuern. In den vergangenen acht Monaten haben Bedienstete des Landkreises 2967 Kilometer mit Flitzi zurückgelegt. Rund 100 Kilometer weit kann das E-Auto fahren, bevor die Batterie wieder mehrere Stunden lang aufgeladen werden muss.

Wer Strom an den Standorten in Grevesmühlen und Wismar tanken will, der muss also Zeit mitbringen. Bei Fahrrädern mit Elektromotor geht es etwas schneller - auch die können auf dem Parkplatz an der Malzfabrik erst einmal kostenlos Strom aus dem grauen und unscheinbaren Kasten abzapfen.

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