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Bio-Kost aus Grevesmühlen : Zweite Garnelenfarm eröffnet

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Hundertausende Shrimp-Larven wurden am Donnerstag in Grevesmühlen eingesetzt. 15 Tonnen sollen ohne Antibiotika-Zusatz jährlich heranwachsen

svz.de von
erstellt am 19.Feb.2015 | 20:30 Uhr

Mit dem Einsetzen von 200 000 nur drei Millimeter großen Garnelen-Larven ins 30 Grad warme Wasser, ging am Donnerstag die zweite Garnelenfarm Grevesmühlens in Betrieb.

In den nächsten Monaten sollen nach und nach weitere Jungtiere folgen, sodass aus 600  000 Larven zum Ende des Jahres 15 Tonnen Riesengarnelen geerntet werden sollen. „Wenn sie 20 Zentimeter groß sind, haben sie ihre Idealgröße erreicht. Da die Tiere sehr schnell wachsen, rechnen wir damit, in fünf bis sechs Monaten die ersten White Tiger Prawns bundesweit verkaufen zu können“, erklärt der Geschäftsführer Andreas Kleinselbeck.

Für das rasante Wachstum erhalten die tropischen Krustentiere ständig biozertifiziertes Spezialfutter, wie Fischereibiologie Marcus Thon erklärt. Er und Meeresbiologe Gregor Jähne kümmern sich um die krebsähnlichen Tiere. „Wichtig ist, dass das Wasser immer genau richtig ist. Salz- und pH-Wert und Temperatur werden regelmäßig kontrolliert“, erklärt Thon.

Um die Tiere vor Kannibalismus zu schützen, bieten die vier Becken mit je 80 000 Litern Wasser ausreichend Platz. Eine spezielle Biofilteranlage reinigt permanent das Wasser, um die sensiblen Tiere vor Verunreinigungen zu schützen. Die Energie dafür liefert eine benachbarte Klärgasanlage. Das Wasser selbst sei künstlich hergestelltes Seewasser, das besonders kalklastig sei. „Mit den Mineralien bauen die Krustentiere ihre Panzer auf“, sagt Gregor Jähne. Auf Zugabe von Antibiotika und anderen Medikamenten verzichtet die Garnelenfarm.

Im Sommer sollen die ersten Tiere frisch verkauft werden, also weder gefrostet noch gefroren. „In Thermokisten kommen die Riesengarnelen auf Eis und können dann bundesweit vertrieben werden“, so Kleinselbeck. Besonders in Hamburg wolle das Unternehmen mit seinen Bio-Meerestieren Spitzengastronomen ansprechen. Bei einem solchen sei der Investor aus Ostwestfalen auf die Idee einer eigenen Garnelenfarm gekommen. „Die überteuerten und importierten Garnelen schmeckten nach nichts außer fahlem Sumpfwasser“, sagt der 50-Jährige. Im vergangenen September nahm er mit dem Unternehmen Green Aqua Farming die erste Garnelenfarm in Betrieb. Nun soll die zweite die regionale Produktion voran führen.

1,7 Millionen Euro habe der Bau gekostet. „50 Prozent des Kostenvolumens wurden durch die EU und Mecklenburg-Vorpommern gefördert“, erklärt Andreas Kleinselbeck.

Langfristig angedacht sei zudem der Bau einer eigenen Eltern-Kind-Tierstation neben den Garnelenfarmen, um die Riesengarnelen vor Ort züchten zu können und den bisherigen Import der Larven aus Florida überflüssig zu machen.

 

 

 

 

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