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Keine Verschwendung : Zweite Chance für Möbel und Mode

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Kleiderbörse verwertet gut erhaltene Haushaltsgegenstände und Kleidung. Aber das Sperrmüllaufkommen im Nordwesten ist gestiegen

svz.de von
erstellt am 04.Mai.2015 | 23:29 Uhr

Bergeweise Kleidung liegt vor Anika Johannson und Mariana Ciolan. Der bunte Haufen aus Hosen, Pullover und T-Shirts muss von den Frauen sortiert und auf Tauglichkeit überprüft werden. Hier auf dem großen Tisch beginnt die Aufarbeitung in der Kleiderbörse in Gadebusch. Aus alt mach neu. Kleidung, die von anderen nicht mehr gebraucht wird, findet hier eine neue Verwendung. „Wir freuen uns über alles, was abgegeben wird“, erzählt Lydia Schulz von der Kleiderbörse. Bevor die Sachen in den Laden kommen, werden sie von insgesamt 21 Helfern gewaschen und genäht. „Zum Großteil ist die Kleidung aber in einem guten Zustand.“

Seit zehn Jahren betreibt der Arbeitslosenverband Deutschland die Kleiderbörse in Gadebusch. Alle 14 Tage werden die insgesamt 21 Kleidercontainer im Amt Gadebusch und Amt Lützow-Lübstorf von den ehrenamtlichen Mitarbeitern geleert. Benötigt wird alles, was im Haushalt gebraucht wird. Vor allem aber Übergrößen und Kinderkleidung. „Wir merken deutlich, dass immer mehr Leute Sachen spenden“, weiß Lydia Schulz. „Aber auch der Bedarf steigt.“

Langlebig war früher. Das merkt auch die Möbelbörse in Gadebusch. Immer schneller werden Schrankwände, Couchgarnituren oder Küchen ausgetauscht. Die alten Sachen landen dann bei Ellen Wolski. „Wir bekommen hier alles, was es in einem Haushalt gibt“, so die stellvertretende Leiterin der Möbelbörse. „Alles, was gespendet wird, testen wir und wenn nötig, arbeiten wir es neu auf.“

Das passiert längst nicht an allen Orten in Deutschland. Vielmehr sind die Spuren einer Wohlstandsgesellschaft auf Müllsammelplätzen, an Waldwegen wie jüngst bei Dechow und bei Sperrmüllaktionen sichtbar. Daraus resultiert nicht zuletzt Platz vier der Deutschen unter den Müllproduzenten in Europa. Bundesweit sind es an die 450 Kilogramm Müll, die jeder Mensch im Jahr produziert.

Zumindest bei der Restabfallmenge gibt es im Nordwestkreis beinah unveränderte Zahlen. Aktuell liegt das Aufkommen bei 14 577 Tonnen im Jahr (2008: 14 448 Tonnen). Sichtbare Veränderungen gibt es in der Sparte Sperrmüll. Ließen die Bürger vor sieben Jahren noch 3075 Tonnen an Möbeln und Geräten über die Abfuhrkarte des Abfallwirtschaftsbetriebes im Nordwestkreis entsorgen, wurden in 2015 insgesamt 4252 Tonnen Sperrmüll abgefahren. Ein deutlicher Zuwachs. „Die Ursache für diesen Anstieg ist bislang noch unklar“, sagt Gerd Frenz, stellvertretender Leiter Abfallwirtschaftsbetrieb des Kreises. Letztlich wandern noch verwertbare Materialien in die Müllpresse und somit auf die Deponie.

 
 

 

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