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Verkehr Nordwestmecklenburg : Zweifel an neuen Fahrpreisen

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Die Einführung des neuen Zonentarifs könnte sich verzögern. Kreistagsmitglieder sehen weiteren Diskussionsbedarf

Die für Anfang September geplante Einführung attraktiverer Busfahrpreise könnte sich im Landkreis Nordwestmecklenburg möglicherweise verzögern. Das deutete der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses, Heiner Wilms, in Wismar an. Denn der SPD-Mann sieht weiteren Diskussionsbedarf zu dem geplanten Zonentarif. Dadurch könne es passieren, dass die Einführung zum 4. September verschoben werden müsse. „Aber mir ist es lieber, etwas länger darüber zu diskutieren, als wenn wir es daneben setzen“, so Wilms.

Der Wirtschaftsausschuss des Kreistages hatte sich bereits mehrfach mit dem Thema Öffentlicher Personennahverkehr beschäftigt. Dabei wurden sich die Ausschussmitglieder vom Grunde her einig, dass die Einführung des neuen Zonentarifs in die richige Richtung führe. Danach seien dem Ausschuss allerdings noch eine Vielzahl von Zahlen und Fakten zugänglich geworden. Die Folge sind Zweifel darüber, ob die derzeitige finanzielle Basis, auf der das neue Konzept aufgebaut werden soll, richtig ausgereift sei, verdeutlicht Wirtschaftsfachmann Heiner Wilms.

Für Wirbel hatte zuletzt Dietmar Hocke von der Fraktion Ländlicher Raum/Umwelt und Landwirtschaft (LUL) gesorgt. Er hatte von einem wirtschaftlichen Desaster gesprochen und „Sanierungsvorschläge“ gefordert, auf deren Basis der Nahverkehr des Landkreises auf wirtschaftlich stabile Beine gestellt werde.

Die Reaktion darauf kam prompt und fiel heftig aus. So wirft der CDU-Kreistagabgeordnete und Nahbus-Aufsichstratsmitglied Michael Berkhahn dem LUL-Fraktionschef Populismus vor. So negiere Hocke bestehende Verträge, mögliche Schadenersatzzahlungen und dass das neue Grundkonzept von Experten als positiv bewertet worden sei. „Sie machen es sich zu einfach, populistisch den Eindruck zu erzeugen, dass alles schlecht laufe und alles geändert werden müsse. Ich halte das für unverantwortlich“, so Berkhahn. Er verdeutlichte zudem, dass das Streckennetz ständig optimiert werde.

Einen radikalen Kurswechsel lehnt auch SPD-Fraktionschef Wolfgang Glaner ab. „Man kann nicht einfach den Hebel umlegen und sagen: Ab morgen wir das wieder anders.“ Stattdessen müsse der Optimierungskurs fortgesetzt werden. Denn inzwischen sei das Unternehmen Nahbus auch in der Lage, jede einzelne Fahrstrecke von der Kostenseite her genau zu betrachten.

Mit dem neuen Zonentarif soll künftig Busfahren in Nordwestmecklenburg preislich attraktiver werden. Derzeit gibt es immer wieder Kritik an zu teuren Einzelfahrscheinen auf kurzen Strecken.  

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erstellt am 17.Mai.2017 | 21:00 Uhr

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