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Entmietung in Gadebusch : Zwangsräumung nach Mieter-Ärger

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Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Nach Lärm, Bedrohungen und Beleidigungen kam gestern ein Gerichtsvollzieher in der Gadebuscher Heine-Straße zum Einsatz

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erstellt am 16.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Sechs Wochen nach einem öffentlichen Hilferuf verängstigter Anwohner der Gadebuscher Heinrich-Heine-Straße ist die Wohnung eines 22-jährigen Mannes geräumt worden. Um 7.59 Uhr gingen gestern ein Gerichtsvollzieher, Polizeibeamte, Mitarbeiter des Ordnungsamtes sowie Vertreterinnen der Wohnungsgesellschaft Radegasttal in das Gebäude. Zwölf Minuten später folgten Mitarbeiter eines Umzugsunternehmens mit Kartons.

Neugierig schauten Hausbewohner immer wieder aus ihren Fenstern und verfolgten von dort aus das Geschehen. Sie hatten sich in den vergangenen Wochen über Lärmbelästigungen, Beleidigungen, Bedrohungen und mutmaßliche Drogenpartys beschwert. In einem Fall ist zudem eine 48-jährige Frau nach eigenen Angaben im Hausflur mit einem Baseballschläger bedroht worden. In einem anderen Fall „wollten sie mir den Finger abschneiden“, so ein Bewohner. Sie hoffen nun, dass Ruhe in der Heine-Straße einkehre.

Während der gestrigen Zwangsräumung wurden nach SVZ-Informationen in der Wohnung des Mannes zwei Schlagringe entdeckt. Der Besitz ist strafbar und könnte dem Mann weiteren juristischen Ärger bereiten.

Er selbst verließ etwa 45 Minuten nach Beginn der Zwangsräumung die Wochen zuvor vom Vermieter fristlos gekündigte Wohnung und stellte mehrere Kartons mit persönlichen Gegenständen neben den Hauseingang. Diese Sachen sollen offenbar eingelagert werden. Ein Großteil des nicht mehr benötigten Wohnungsinventars wird hingegen auf einer Deponie entsorgt. Dazu zählen unter anderem Stühle, Tische, Matratzen, Lautsprecher, Schränke.

Das Ordnungsamt des Amtes Gadebusch hatte dem gekündigten Mieter zuvor schriftlich Hilfe bei der Suche nach einer neuen Unterkunft angeboten. Von diesem Angebot machte der Mann bislang keinen Gebrauch.

Auch wenn das Kapitel „Heine-Straße“ nun beendet zu sein scheint, dürfte es die Polizei wohl noch eine Weile beschäftigen. Denn gegen sie soll im Schweriner Innenministerium eine Dienstaufsichtsbeschwerde eingereicht worden sein. Anwohner hatten sich zuvor von der Polizei im Stich gelassen gefühlt.

Die Polizeiinspektion Wismar ist derzeit mit der Bearbeitung der Dienstaufsichtsbeschwerde befasst. Anwohner der Gadebuscher Heine-Straße sollen in den nächsten Tagen ein Antwortschreiben erhalten.

 

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