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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

21. Oktober 2017 | 08:48 Uhr

Investition in Kussow : Zurück in die Steinzeit

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Gadebuscher Ulf Bartel kauft Museumsgelände in Kussow. Der Natur- und Heimatverein bleibt Pächter.

svz.de von
erstellt am 04.Apr.2014 | 22:08 Uhr

Das Steinzeitdorf in Kussow hat einen neuen Besitzer. Der Gadebuscher Unternehmer Ulf Bartel nahm gestern die Schlüssel für das 14 000 Quadratmeter große Gelände von Klaus-Dieter Schnoor, Geschäftsführer des Bildungszentrums Ost, entgegen. Während das frühere Ausbildungsgebäude einer neuen Nutzung entgegensieht, will Bartel das Steinzeitdorf erhalten.

Wie bereits in den vergangenen Monaten trennt sich Klaus-Dieter Schnoor von zahlreichen Immobilien, in denen seit der Wende Bildung betrieben wurde. „Der Bildungshöhepunkt ist vorbei. Ich gebe Einrichtungen ab, die entweder etwas ab vom Schuss sind oder nicht mehr gebraucht werden“, erklärte Immobilienbesitzer Klaus-Dieter Schnoor. Mitte 2012 hatte das Bildungszentrum Ost sein Ausbildungsangebot in Kussow beendet. „Wir haben die Sachen in Grevesmühlen zentralisiert. Ich bin froh, jemanden gefunden zu haben, der hierfür ein Konzept hat“, sagt der Geschäftsführer des Bildungszentrums Ost.

Ulf Bartel will zunächst das Steinzeitdorf in seiner bisherigen Gestaltung belassen. „Der Natur- und Heimatverein Kussow e. V. hat das Gelände gepachtet. Das wird auch künftig so bleiben“, sagt der 51-Jährige, der in Gadebusch eine Diskothek und ein Versicherungsbüro betreibt. Für das Büro- und Lagergebäude hingegen sieht der Gadebuscher eine neue Nutzung vor. „Mein Vater ist seit Jahrzehnten begeisterter Fossiliensammler und hat hunderte Funde zusammengetragen. Um seine Arbeit zu würdigen und die gefundenen Sachen auszustellen, würde ich ihm einen Teil der Räume zur Verfügung stellen“, sagt Ulf Bartel. Schließlich passe eine Fossiliensammlung perfekt zum Steinzeitdorf. Allerdings würde es den Gadebuscher in spätestens fünf Jahren auch privat nach Kussow ziehen. „Ich möchte mich hier gerne niederlassen“, sagt Ulf Bartel. „Auf 14 000 Quadratmetern Land ist eine Menge Platz“, erklärt er. Dazu wolle er später ein Wohnhaus auf dem Areal errichten und nach Kussow ziehen.

Mit Ulf Bartel als Käufer der Anlage hat der für den Kauf beauftragte Immobilienhändler Peter Robst gleich „zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen“. „Es gab schon einige Bewerber. Vor allem aus Süddeutschland. Aber ich wollte, dass das Steinzeitdorf erhalten bleibt. Die Schüler aus der Region hätten mich sonst erschlagen“, sagt der Grevesmühlener. Und so kam das Angebot von Ulf Bartel gerade richtig. „Herr Schnoor kam mir mit dem Preis noch etwas entgegen, da ich das Steinzeitdorf erhalten möchte. Wir wurden uns daraufhin eigentlich schnell einig“, erklärt Ulf Bartel, der gestern offiziell die Schlüssel übernahm. Jährlich zieht das Steinzeitdorf 12 000 Besucher in seinen Bann. Einen großen Anteil bilden Schulklassen aus der Region.


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