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Nordwestmecklenburg : Zu viele Pendler verlassen Heimat

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Die Wirtschaft brummt, die Bevölkerung schrumpft: zwei Entwicklungen, die zumindest für den Arbeitsmarkt positiv sind- und mittlerweile auch für die Arbeitssuchende, die früher als schwierig zu vermitteln galten.

svz.de von
erstellt am 16.Jul.2013 | 11:07 Uhr

Nordwestmecklenburg | Die Wirtschaft brummt, die Bevölkerung schrumpft: zwei Entwicklungen, die zumindest für den Arbeitsmarkt positiv sind- und mittlerweile auch für die Arbeitssuchende, die früher als schwierig zu vermitteln galten. Das ist auch in Nordwestmecklenburg zu merken.

Doch der Bevölkerungsschwund setzt dem Landkreis zu. "Wir müssen große Abwanderungsverluste hinnehmen", sagte Kerstin Weiss. "Im Jahr 2020 wird jeder dritte bei uns über 65 Jahre alt sein." Diese Entwicklung stellt Kommunen und Landkreis vor neue Herausforderungen, zum Beispiel bei der Infrastruktur und der Arztversorgung.

Die gute Entwicklung der Wirtschaft eröffnet mittlerweile auch für Menschen eine Möglichkeit, die früher kaum eine Chance hatten. Fachbereichsleiterin und zweite stellvertretenden Landrätin Kerstin Weiss kann in Nordwestmecklenburg eine sinkende Zahl von Hartz-IV-Empfängern konstatieren. 2005 bezogen noch 22 052 Menschen diese Unterstützung vom Staat. Im vergangenen Jahr waren es nur noch 16 199. Ein Rückgang um 26,5 Prozent. Auch die Zahl der Bedarfsgemeinschaften reduzierte sich. Sie sank von 12 568 vor acht Jahren auch 9352 im vergangenen Jahr. "Es ist einfacher, Kunden in den ersten Arbeitsmarkt zu vermitteln", sagte Kerstin Weiss.

Nicht nur die Zahl der Hartz-IV-Empfänger geht zurück. Auch die Zahl der Arbeitslosen sinke tendenziell. 10,2 Prozent der Menschen hier suchen einen Job. Und die, die einen Job haben, nehmen weite Wege in Kauf. Nordwestmecklenburg verzeichnet ein hohes Pendlersaldo. 8596 Menschen pendeln in den Landkreis zum Arbeiten. Allerdings pendeln 24 898 Menschen aus. Dieses negative Pendlersaldo ist neben Ludwigslust-Parchim gemessen an der Bevölkerung landesweit das höchste im Land. An dieser Stelle macht sich die Nähe zu den Ballungsgebieten Lübeck und Hamburg bemerkbar.

Der Bildungsbericht gibt auch Auskunft darüber, dass es besonders für Kinder aus finanzschwachen Familie schwierig war, an Klassenfahrten teilzunehmen, Nachhilfe zu bekommen oder in der Schule Mittag zu essen. Das sollte sich mit dem Bildungs- und Teilhabepaket der Bundesregierung ändern. Neben den Regelleistungen konnten diese zusätzlichen Leistungen beantragt werden. 7603 Kinder in Nordwestmecklenburg waren laut Bildungsbericht potenziell anspruchsberechtigt. Für mehr als die Hälfte von ihnen (4408) wurde ein Antrag gestellt. So wurde 322 Mal ein Kita- oder Schulausflug bezahlt, 747 Mal mehrtägige Ausflüge. 3011 Schüler bekamen Unterstützung beim Kauf von Schulbedarf, für die Schülerbeförderung wurden 181 Anträge gestellt. Verhältnismäßig wenig wurde die Lernförderung, also Nachhilfe nachgefragt. Hier registrierte der Kreis 128 Anträge. 2860 Kinder und Jugendliche bekamen einen Zuschuss für das Mittagessen und zur Teilhabe am kulturellen leben, beispielsweise Musikschule oder Sportvereine, wurden 892-Mal nachgefragt.

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