Dänischer Traditionssegler lag in Wismar vor Anker : Zu Besuch auf der "Georg Staage"

Der Dreimaster aus dem Jahr 1934 sorgte für Aufsehen Quelle:ZVS
Der Dreimaster aus dem Jahr 1934 sorgte für Aufsehen Quelle:ZVS

Das dänische Segelschulschiff "Georg Staage" machte in Wismar halt. Besucher konnten an Bord kommen und staunten nicht schlecht. Der zweite Offizier ist eine Frau.

von
15. Oktober 2011, 10:36 Uhr

Wismar | "Schaut mal, was für ein hübscher Segler dort in der Ferne", hieß es am aus einer Gruppe heraus beim Strandspaziergang auf der Insel Poel. Und jemand wusste es sogar, dass es sich um ein dänisches Segelschulschiff handelt. Es war zuvor für einen mehrtägigen Zwischenstopp den Wismarer Hafen angelaufen. Besucher erhielten zudem die Möglichkeit, sich während zweier "Open Ship"-Termine an Bord der "Georg Staage" umzuschauen. Inzwischen liegt der betagte, aber sehr gepflegte Windjammer fest vertäut im Heimathafen Kopenhagen.

Wer von einem Bordbesuch Gebrauch machte, wird sich dennoch gern an den klassischen Dreimaster mit Vollschifftakelung und Stahlrumpf aus dem Jahre 1934 erinnern. Zugegeben, es geht recht eng zu in den Unterkünften der Besatzung und vor allem beim Marine-Nachwuchs. Doch auch diese Situation gemeinsam zu meistern, ist Bestandteil der Ausbildung. An Deck und im Schiff selbst, dominiert viel Holz und Messing und dies benötigt unentwegte Pflege. Dies gilt ebenso ganz vorn am Bugspriet für die Galionsfigur, eine vergoldete Büste des Namensgebers Georg Staage.

Immerhin bietet der 54 Meter lange Traditionssegler als Ausbildungsstätte für den nautischen Nachwuchs der dänischen Navy bei voller Auslastung Platz für fast 80 Leute. In Wismar befanden sich neben der zehnköpfigen Stammbesatzung diesmal 44 Kadetten an Bord des Ostsee-Ausbildungstörns. Neben informativen Landgängen diente der Aufenthalt in der Hansestadt nicht zuletzt einer besonders intensiven Rein-Schiff-Aktion. Grund war der anstehende Bordbesuch des Chefs der dänischen Marine im Heimathafen, hieß es an Deck. "Natürlich putzen wir auch für die Wismarer Besucher", machte Line Wulf Jensen deutlich. Zwei gelbe, breite Streifen auf den Schulterstücken kennzeichneten sie als 2. nautischen Offizier. Also ranghöchste Frau an Bord in einer totalen Männerwirtschaft?, so die Frage an die 28-jährige Marinefrau. "De fakto ja", ließ sie gern mit einem freundlichen Lächeln wissen. Allerdings befand sich mit sieben Kadettinnen noch weitere Weiblichkeit an Bord.

In den früheren Zeiten der Segelschifffahrt hieß es zwar: "Wiwerröck an Buurd gifft Striet un Muurd!" Doch die Zeiten haben sich auch auf diesem Traditionsreichen Dreimaster längst geändert. Frauen haben inzwischen ebenso das Sagen, wie ihre männlichen Kollegen. Selbst komplette Besatzungen haben sich daran gewöhnt, dass es eine Frau Kapitän gibt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen