Schulprojekt mit Spass : Zirkus-Artist für einen Tag

Kunststücke auf dem Pferde-Rücken gehörten zur Show.
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Kunststücke auf dem Pferde-Rücken gehörten zur Show.

Nach einer Woche Training: Schüler der Grundschule Rehna geben Galavorstellung

svz.de von
24. März 2014, 08:00 Uhr

Als sich der blaue Samtvorhang im Zirkus-Zelt auf dem Rehnaer Reitsportplatz öffnet, ist alles wie in einem richtigen Zirkus: Akrobaten wirbeln durch die Manege, Clowns veralbern das Publikum, Trapezkünstler schweben hoch über den Köpfen, Jongleure wirbeln Bälle, Tücher, Ringe und Teller, Seiltänzerinnen spazieren mühelos über ein dünnes Drahtseil, Dompteure zeigen Kunststücke mit Hunden oder Ziegen. Und doch gibt es einen kleinen Unterschied: Die Künstler am Freitagabend sind Schüler der Grundschule Rehna. Eine Woche lang haben die Mädchen und Jungen der ersten bis vierten Klasse mit den Profis vom Circus Bellissimo für den Auftritt geprobt. Der Projekt-Zirkus kommt in Schulen und macht es Schülern möglich, Zirkus-Luft zu schnuppern.

Als erste geht Jette Paula Schmidt in die Manege. Die Zehnjährige führt mit ihren Ansagen durch das Programm. Hunderte Zuschauer blicken in diesen Momenten nur auf sie. Lampenfieber? Fehlanzeige. „Nein, ich hatte kein Lampenfieber“, sagt Jette und lacht. Zwei Stunden am Tag habe sie geübt und neben ihren Texten auch noch das Jonglieren gelernt, erzählt die Viertklässlerin. Auch Marie hat mehrere Tage auf ihren großen Auftritt hingearbeitet: Mit einem funkelnden Kostüm, großem Kopfschmuck und einem breiten Gürtel mit metallenen Plättchen, die bei jedem Schritt klimpern, begeistern sie und ihre Mitschülerinnen als Bauchtänzerinnen. „Ich habe vorher noch nie Bauchtanzen gemacht. Aber es hat mir Spaß gemacht“, erzählt die Neunjährige – auch wenn es „ganz schön aufregend“ gewesen sei, vor so vielen Menschen aufzutreten. Ihr selbst habe die Hundedressur am besten gefallen, erzählt die Drittklässlerin. Kein Wunder: Gut gelaunt flitzen die beiden kleinen Zirkus-Hunde durch die Manege, springen durch Ringe und über Hindernisse. Und ernten viele Lacher, als einer der Vierbeiner ins Publikum saust.

Quentin muss für seinen Auftritt besonders mutig sein: Als Fakir legt er sich auf ein Nagelbrett. „Das hat schon weh getan“, erzählt der Zehnjährige, „aber nicht so doll.“ Der ganze Zirkus, sagt der Drittklässler, gefalle ihm richtig gut. „Und am besten der Clown.“

180 Kinder der Rehnaer Grundschule haben am Zirkus-Projekt teilgenommen. „Dieser Circus war vor vier Jahren schon einmal hier und es hat uns so gut gefallen, dass wir das unbedingt noch einmal machen wollten“, berichtet Grundschul-Koordinatorin Kerstin Boldt. „Die Kinder wachsen hier über sich hinaus. Man sieht das genau: Manche sind am Anfang noch ängstlich und bei der Vorstellung stehen sie dann stolz vor dem Publikum.“ Schon jetzt steht deshalb fest: In vier Jahren heißt es in Rehna wieder Vorhang auf und Manege frei – denn dann kommt der Zirkus wieder.

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