Arbeitsmarkt : Zeit zur Aufklärung über Zeitarbeit

Gut 200 Interessenten besuchten gestern die „Zeitarbeitsbörse“ im Wismarer Zeughaus. Fotos: holger glaner
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Gut 200 Interessenten besuchten gestern die „Zeitarbeitsbörse“ im Wismarer Zeughaus. Fotos: holger glaner

Jobcenter Nordwestmecklenburg versucht, mit althergebrachtem Negativ-Image aufzuräumen. 200 Interessierte kamen nach Wismar

svz.de von
15. April 2015, 17:04 Uhr

„Das negative Klischee, dass Angestellte von Zeitarbeitsfirmen ständig woanders und bei wechselnden Arbeitgebern eingesetzt werden und sich permanent auf neue Kollegen einstellen müssen, ist noch immer weit verbreitet. Doch diese Zeiten gehören der Vergangenheit an“, sagt Silvia Frank. Und dennoch kamen am gestrigen Dienstag viele der potenziellen Interessenten – darunter auch aus dem Raum Gadebusch und Grevesmühlen – mit genau dieser Vorstellung und entsprechend skeptisch zur „Zeitarbeitsbörse“ ins Zeughaus der Hansestadt Wismar. – Zeit zur Aufklärung, meint die Teamleiterin vom gemeinsamen Arbeitgeberservice des Jobcenters Nordwestmecklenburg.

Neun Zeitarbeitsfirmen stellten sich den gut 200 potenziellen Arbeitnehemern – teils Kundinnen und Kunden des Jobcenters Nordwestmecklenburg, teils aber auch auf Eigeninitiative angereist – mit ihren Angeboten vor. Die Bandbreite reichte von Jobs in Hotellerie und Gastronomie über die Gesundheitsbranche bis in produzierende Bereiche. Von Helfern bis zu Fachkräften, Mann oder Frau. „Viele Angestellte von Zeitarbeitsfirmen werden oftmals über Jahre bei ein und demselben Unternehmen eingesetzt“, berichtet Peter Dumonti. Und immer häufiger könne der Geschäftsstellenleiter der Wismarer Agentur für Arbeit den sogenannten „Klebeeffekt“ beobachten. Soll heißen: Angestellte bei einer Zeitarbeitsfirma werden gern in Festanstellungsverhältnisse von Unternehmen übernommen, bei denen sie zuvor als Leiharbeitnehmer tätig waren. „Das ist für beide Seiten quasi wie eine Probezeit“, so Peter Dumonti.

Strömten im vergangenen Jahr noch mehr als 400 Interessenten zur Zeitarbeitsbörse ins Zeughaus Wismar, so war es in diesem Jahr zwar nur knapp die Hälfte, dafür aber umso besser vorbereitet. „Wir haben mit vielen Interessenten vorher gesprochen“, sagt Peter Dumonti. Schriftliche Bewerbungsunterlagen sollten von vornherein für mehr Substanz bei den Gesprächen zwischen Unternehmen und Bewerber sorgen. Zu niedrig wäre im vergangenen Jahr die Zahl der Einstellungen gewesen, die aus dem Besuch der Börse resultiert hatten. „Im vergangenen Jahr ging es vorrangig darum, die Bereitschaft für die Beschäftigung über eine Zeitarbeitsfirma aufzubauen“, erklärt der Geschäftsstellenleiter. „Jetzt ist unser Ziel, den Interessenten den direkten Einstieg in den Arbeitsmarkt zu schaffen.“

Die nächste Zeitarbeitsbörse steht übrigens schon unmittelbar vor der Tür. Am 25. April findet diese in Wittenburg statt.

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