Heidekaten : Zeit für Kunst und Kultur

Tine, Emma und Frida, die tierischen Mitbewohner und Rohstofflieferanten der Filzkünstlerin Martina Weiß.
Tine, Emma und Frida, die tierischen Mitbewohner und Rohstofflieferanten der Filzkünstlerin Martina Weiß.

„Kunst Offen“ steht in den Startlöchern: Am Pfingstwochenende öffnen 116 Künstler ihre Pforten, unter ihnen Martina Weiß

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29. Mai 2019, 05:00 Uhr

Da stehen sie im Grünen und grasen. Noch haben Tine, Emma und Frida den Wintermantel an. „Die Wolle kommt bald ab“, sagt Martina Weiß. Der Schafsscherer rückt an - geplant sei Pfingstmontag 14 Uhr. Passend zu „Kunst Offen“ werden die drei tierischen Mitbewohner und Rohstofflieferanten der Filzkünstlerin wohl Wolle lassen müssen.

Auch dieses Jahr heißt es an Pfingsten wieder hereinspaziert in die Ateliers und Werkstätten der Künstler und der Kunst zugewandten Laien. An 116 Einzelstandorten, verteilt auf 80 Dörfer und Städte, können Besucher dem Kunstgenuss in Nordwestmecklenburg frönen.

So auch in Heidekanten im Sandweg 1b. Seit mehr als zehn Jahren ist Monika Weiß nun schon bei „Kunst Offen“ dabei. Dort steht Textilkunst auf dem Programm: ihre eigene und die von Annette Ebel, einer ehemaligen Nachbarin, erklärt Monika Weiß. Die Arbeiten beider Künstlerinnen bestechen durch den ungewöhnlichen Materialmix – Grobes und Feines, wie Filz und Spitze. Die Spezialität der 58-Jährigen sind Frauenkleider zum wenden: die eine Seite aus Wolle, die andere aus Seide. Dafür verwendet sie feine Merinowolle aus Australien.

Seit 1994 lebt und arbeitet die Künstlerin in Heidekaten. Den Weg zur Kunst fand sie über Umwege: Erst studierte sie Maschinenbau in Magdeburg, dann zog es sie an die Ostsee, genauer an die Hochschule Wismar. Durch Zufall kam ihr in der Region eine Windmühle in die Hände und sie wurde Müllerin. „Nach sieben Jahren wars dann da auch mal gut“, sagt Martina Weiß. „Ich brauchte eine neue Herausforderung.“ Und siehe da, die Kunst kreuzte ihren Weg. Vor ein paar Jahren hat Monika Weiß eine Ausbildung zur Waldpädagogin gemacht, dort sieht sie ihren zukünftigen Weg.

Übrigens: Ein knallgelber Regenschirm weist den Besuchern wie in den vergangenen 25 Jahren „Kunst Offen“ den Weg.

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