Leistungspflügen : Zehn Jahre Pause und dann Sieg

Landwirt Ronny Böther hat die Nase vorn.
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Landwirt Ronny Böther hat die Nase vorn.

Leistungspflügen lockt 1500 Gäste nach Gadebusch. Pokal für Ronny Böther

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02. April 2017, 20:00 Uhr

Für Ronny Böther ist es wieder Nervenkitzel pur. Alle Freunde drücken die Daumen. Es funktioniert. Denn nach zehn Jahren Pause (wir berichteten), sichert sich der Schweriner, der für die Agp Lübesse beim Pflügerwettbewerb in Gadebusch an den Start geht, den Pokal.

„Lasst die Kisten brummen“ – mit dieser klaren Ansage schickt Karsten Dettmann als Wettbewerbsleiter die zwölf Teams in die Wertungsrunden beim Beet- bzw. Drehpflügen. Zwei Stunden Zeit bleiben den Teams, um mit den bis zu 500 PS starken Traktoren ihr Können auf dem Acker bei Gadebusch unter Beweis zu stellen. Mehr als 1500 Gäste verfolgen die Leistungsschau.

Dass in diesem Jahr alles anders läuft, spürt Vorjahressieger Torsten Schönsee in der ersten Runde: „Der Pflug ist weggerutscht, er läuft nicht gerade“, sagt der Fachmann von der Karbower Argrargenossenschaft nach dem Anpflügen. Die Bodenbeschaffenheit macht dem mehrfachen Sieger zu schaffen. Damit steht er nicht allein dar. Herausforderer und Vorjahres-Zweitplatzierter Martin Werner von der Agrar Genossenschaft Köchelstorf kämpft in einer Senke mit Staunässe. Ein falscher Platz oder eine zu strenge Jury? Auf dem Feld bei Gadebusch wird an mehreren Standorten heiß diskutiert. Folglich ist die Anspannung den Teilnehmer anzumerken. Für Ronny Böther läuft es hingegen wir am Schnürchen. Und das mit nur einer einzigen Übungseinheit. Erfolg verlangt auch gutes Augenmaß. Das demonstrierte der Lübesser Ronny Böther im Wettbewerb. Er schaut am Startpunkt über seine Daumenkuppe und gibt seinem Teampartner Anweisung zum Aufstellen der Messstäbe: „Beim Anpflügen müssen wir ganz genau mittig fahren.“

Nicht wenige Teilnehmer bereiteten sich über Tage auf den Ausscheid vor. Insbesondere der Nachwuchs demonstriert, dass Landwirtschaft ein Job mit Anspruch darstellt und der Wissensvermittlung im richtigen Umgang mit der Natur dient. Das liegt laut Kreisbauernchef Jörg Haase auch daran, dass der Pflug wieder stärker an Bedeutung gewinnt: „Eine veränderte Düngemittelverordnung erfordert eine qualitativ hochwertige Bodenbearbeitung.“ Nur so lassen sich Ungräser wirkungsvoll in den Griff bekommen. Für Karsten Dettmann heißt das im Umkehrschluss: „Weniger Pflanzenschutzmittel einsetzen.“ Nicht zuletzt bestand die Gefahr, dass einige Pflanzen Resistenzen gegen die eingesetzten Mittel entwickeln. Ein guter Mittelweg scheint die Lösung: „Der Pflug begleitet die Menschheit beim Ackern erfolgreich seit gut 5000 Jahren“, fügt Dettmann hinzu.

Ein Wissen, dass nicht wenige der teilnehmenden landwirtschaftliche Betriebe in den Kreisen Nordwestmecklenburg, Ludwigslust-Parchim und der Region Schwerin weitergeben. Das stellten sie beim vom Kreisbauernverband Nordwestmecklenburg und der Agar Aktiengesellschaft Gadebusch ausgerichteten Wettbewerb unter Beweis.

Nach einigen Stunden war es dann geschafft und es gab vor allem bei Ronny Böther ein strahlendes Lächeln: Platz eins im Beetpflügen für den Schweriner mit 80,5 Punkten. Vorjahressieger Schönsee verweist er mit 79,5 Punkten auf Rang zwei vor Martin Werner, der den 3. Platz holt.

Als Gesamtsieger geht Marcel Fröhling von der LWB Grevesmühlen vom Platz. Er sicherte sich zudem den 1. Platz beim Drehpflügen. Bester Auszubildender wurde Timm Söhnke von der Raiffeisentechnik HSL in Gadebusch.

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