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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

17. Oktober 2017 | 22:44 Uhr

Wismar : Zankapfel Phantechnikum

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Die Kreisstadt Wismar wollte vom Land 400 000 Euro Förderung und fühlt sich nach einer Ministeriums-Entscheidung erpresst

svz.de von
erstellt am 01.Apr.2014 | 22:50 Uhr

Halbfertig, halbgenutzt, von der Landesregierung nur halbherzig unterstützt. Das Phantechnikum benötigt dringend finanzielle Hilfe. Das Bildungsministerium knüpfte diese jedoch an Bedingungen. Große Teile der Wismarer Bürgerschaft sind empört. Zähneknirschend mussten sie einer Erhöhung der finanziellen Förderung für das Technische Landesmuseum (TLM) seitens der Hansestadt Wismar dennoch zustimmen. „Das ist Erpressung!“, schimpfte daraufhin Michael Werner von der Für-Wismar-Fraktion.

Die Hansestadt wollte für das defizitär wirtschaftende Technische Landesmuseum „Phantechnikum“ eine jährliche Förderung von 400 000 Euro seitens des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur erreichen. Die Brodkorb-Behörde indes bewilligte nur 250 000 Euro. Und das auch nur unter der Bedingung, dass die ohnehin klamme Hansestadt ihren Förderbeitrag von 100 000 auf 150 000 Euro jährlich aufstockt.

Das Phantechnikum ist mit einem Vorjahresbudget von 275 000 Euro und Einnahmen von zirka 195 000 Euro bei 47 000 Besuchern nicht zu betreiben. „Wenn die Bürgerschaft der Aufstockung der städtischen Förderung nicht zustimmt, wird es für die TLM Betriebsgesellschaft sehr eng“, erklärte Bürgermeister Thomas Beyer im Vorfeld der jüngsten Bürgerschaftssitzung. Zähneknirschend stimmte die Bürgerschaft der Aufstockung des Förderbeitrags – wenn auch mit einer zeitlichen Beschränkung für die Jahre 2014 und 2015 – dann auch zu.

Bildungsminister Mathias Brodkorb konnte am Morgen danach seiner Freude über besagten Beschluss Ausdruck verleihen. „Auch das Land hat seine Förderung in diesem Jahr um 75 000 Euro auf insgesamt 250 000 Euro aufgestockt“, sagte Minister Brodkorb. „Die Förderung des Landes ist für den Betrieb der ständigen Ausstellung sowie die Pflege und Erweiterung der technikgeschichtlichen Sammlung des Landes Mecklenburg-Vorpommern gedacht. Ein Schwerpunkt liegt in der Bildungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen. Dazu gehören Projekttage, Kinderwerkstätten und Veranstaltungen, an denen Schulklassen teilnehmen können. Ich hoffe, dass es dem Museum in Zukunft gelingt, mehr Besucherinnen und Besucher für die ständige Ausstellung zu gewinnen.“

Nicht geklärt ist trotz anders lautender Medienberichte, ob die Alte Reithalle am Festplatz im Wismarer Bürgerpark zum Depot umgebaut werden soll. Die Bürgerschaft hatte sich lediglich zur Prüfung möglicher Alternativen ausgesprochen. „Der Beschluss der Bürgerschaft ist eindeutig. Es handelt sich um einen Auftrag, mögliche Alternativen zur Nutzung der Alten Reithalle als Depot des Phantechnikums zu finden und zu untersuchen“, erklärte Thomas Beyer. Der Bürgermeister würde das Depot gern in der Alten Reithalle unterbringen. Gegner argumentieren mit dem Wegfall als Veranstaltungsort für derzeit allerdings nur 14 Veranstaltungen pro Jahr.


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