Orkan-Tief droht : „Xaver“ stürmt in den Nordwestkreis

Kommt es wieder so schlimm? Bei einem der letzten Stürme wurde unter anderem in einem Dorf bei Gadebusch dieses Dach eines Holzhauses abgehoben.
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Kommt es wieder so schlimm? Bei einem der letzten Stürme wurde unter anderem in einem Dorf bei Gadebusch dieses Dach eines Holzhauses abgehoben.

Trotz Sturmwarnung bleiben Weihnachtsmärkte in Wismar und Rehna vorerst geöffnet

svz.de von
05. Dezember 2013, 00:15 Uhr

Das Orkan-Tief „Xaver“ macht sich heute Nachmittag mit mehr als 120 Kilometern pro Stunde auf den Weg nach Nordwestmecklenburg. Viele regionale Unternehmen und Städte bereiten sich auf die Situation vor. Auch Märchenfiguren vor der Grundschule in Gadebusch werden vor dem Orkan „Xaver“ in Sicherheit gebracht. „Wir haben Maßnahmen eingeleitet und werden die großen Sachen wegstellen. Im Laufe des Tages werden wir dann abhängig von den neues Wettermeldungen entscheiden, was zu tun ist“, sagt Uwe Tews vom Bauhof in Gadebusch.

Ebenso handhabt es Dachdeckermeister Andreas Paulsen aus Roggendorf: „Unsere losen Baustellen sind schon abgedeckt, aber wir werden jetzt alle normal weiter arbeiten und erst handeln, wenn wir ermessen können, welche Auswirkungen der Sturm hat.“ Sollten die Schäden am Freitag doch zu groß sein, so würden zusätzliche Schichten am Wochenende gearbeitet, um diese aufzuholen.

Die Hansestadt Wismar sichert ebenfalls alles für starken Wind ab. „Wir haben bereits alle losen Sachen von dem Weihnachtsbaum und den Ständen auf dem Weihnachtsmarkt entfernt“, sagt Andreas Nielsen, Wismarer Amtsleiter. Jedoch wird der Weihnachtsmarkt erst einmal wie geplant stattfinden. „Das Wochenende kann ganz anders werden“, so Nielsen weiter. Dennoch werden die Mitarbeiter ständig die Wind- und Wetterentwicklung beobachten und im Notfall handeln und gegebenenfalls personelle Verstärkung anfordern. Ein Schließen der Fahrgeschäfte wäre per Gesetz erst ab der Windstärke sechs notwendig.

„Die Busbetriebe sichern planmäßig die Schülerbeförderung ab – Hin- und Rücktour“, sagt Monika Mahlke, Sprecherin des Nordwestkreises.

Die Feuerwehren des Amtes Rehna sind bereit für einen Sturm-Einsatz, bestätigt Henry Wanzenberg, Amtswehrführer von Rehna. „Die Technik, also Motorsägen und Besen, zur Räumung der Straßen, haben wir immer auf den Autos.“ Etwa vier bis fünf Minuten nach dem Alarm könnte das erste Fahrzeug rausfahren. „Wenn es so kommt, wie angekündigt, kann die Nacht zu Freitag eine lange werden“, befürchtet Wanzenberg.

Der Rehnaer Weihnachtsmarkt, der am Wochenende stattfindet, ist trotz Sturm-Warnungen wohl nicht in Gefahr, sagt Matthias Maack von Maack-Event: „Am Freitag beginnen wir ganz normal mit dem Aufbau. Der Markt findet am Sonntag statt und wir gehen da ganz gelassen heran.“

Gelassenheit empfiehlt der Leiter des Instituts für Wetter- und Klimakommunikation Alexander Hübener allerdings nicht. „Der Sturm weht wahrscheinlich mit mehr als 120 Kilometer pro Stunde über das Land.“ Mit einer solchen Windgeschwindigkeit stellt das Tief „Xaver“ einen Orkan dar – dieser wird ersten Prognosen nach heute Nachmittag am stärksten sein. „Klar wird es an der Küste deutlich schlimmer sein, aber auch im Binnenland, ist der Orkan zu spüren.“ Sogar die Pegelstände an der Ostsee könnten sich merklich erhöhen, denn der Wind drückt aus nordwestlicher Richtung. Erst am Freitagabend lässt der Sturm etwas nach, „aber auch dann gibt es noch weiterhin starke Böen“, sagt der Wetterexperte.

Neben den Orkan macht dem Meterologen der angekündigte Wintereinbruch Sorgen: „Der Freitag beginnt mit Regen und im Laufe des Tages entwickelt sich daraus Schneeregen, dann Schnee- und Graupelschauer. Deswegen ist für die Autofahrer wegen der Straßenglätte Vorsicht geboten.“ Hübeners Erfahrung nach könnte es an beiden Tagen vermehrt zum Verkehrschaos kommen. Aktuelle Wetterwarnungen erfahren Sie auch über www.svz.de und den SVZ-Facebook-Auftritt.

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