Der sturm und die folgen : „Xaver“ knipste das Licht aus

„Xaver“ ließ zwischen Nesow und Rehna diesen Baum auf einen Radweg krachen.
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„Xaver“ ließ zwischen Nesow und Rehna diesen Baum auf einen Radweg krachen.

Tausende Haushalte in Westmecklenburg sind während des Sturm-Tiefs zeitweilig von der Stromversorgung abgeschnitten gewesen. Bäume wurde entwurzelt.

svz.de von
06. Dezember 2013, 18:44 Uhr

Stromausfälle, gespaltene Bäume, zerstörte Laternenmasten und Autounfälle: Sturm-Tief „Xaver“ hat im Nordwestkreis kräftig zugeschlagen. Tausende Haushalte der Region von Bützow bis Gadebusch waren in der Nacht von Donnerstag auf Freitag sowie am gestrigen Morgen ohne Strom. Die Ursache: Der Riss einer 20-kv-Leitung. „Zwischen Gadebusch und Mühlen Eichsen führte dies zu Stromausfällen“, erklärt Diana Kuhrau, stellvertretende Pressesprecherin der Wemag.

Zeitweise ohne Stromversorgung waren zudem Mühlen Eichsen, Passow, Paetrow, Kasendorf, Veelböken und Frauenmark. „Die Leitungen in diesen Orten waren seit Donnerstagabend um 22 Uhr bis Freitagmorgen um 7.12 Uhr beschädigt“, berichtet die Pressesprecherin. Viele Haushalte mussten in dieser Zeit ohne Strom auskommen.

Der größte Teil der Störungen sei vermutlich durch Leiterseilschwingungen verursacht worden – bedingt durch den ungewöhnlich stark böigen Wind, so die Wemag Sprecherin. „So lange die Wetterlage anhält, sind auch weitere, meist kurzzeitige Unterbrechungen, nicht auszuschließen“, befürchtet sie. Der Geschäftsführer der Wemag, Andreas Haak, versichert indes, dass seine Mitarbeiter auch weiterhin in höchster Alarmbereitschaft stehen, um auf mögliche Auswirkungen des Sturmes sofort reagieren zu können. Seit den frühen Morgenstunden des gestrigen Tages haben die Wemag-Mitarbeiter bereits flächendeckend mit den Reparaturmaßnahmen in der Region begonnen. Auch die Einsatzkräfte der Feuerwehr und Polizei mussten in den vergangenen 24 Stunden immer wieder ausrücken. In Selmsdorf wurden die Polizeibeamten bereits am Donnerstagabend zu einem Unfall gerufen. Ein Autofahrer war aufgrund des starken Windes gegen eine Ampelanlage gefahren, er blieb jedoch unverletzt. Gegen späten Abend fuhr in Damshagen ein Pkw in einen auf die Straße gestürzten Baum, verletzt wurde der Fahrer dabei nicht.

Windböen machten Autofahrern gestern auf der A 20 das Leben schwer: So überholte in den frühen Morgenstunden auf halber Strecke zwischen den Anschlussstellen Schönberg und Grevesmühlen eine Autofahrerin einen Lkw und wurde dabei von einer Böe erfasst. Ihr Auto kam nach links von der Fahrbahn ab und prallte gegen die Mittelschutzplanke. Der Pkw musste geborgen werden, die Frau blieb unverletzt.

Doch nicht nur Autos, auch Lastkraftwagen waren von den Auswirkungen des Sturmes betroffen: So verlor der Fahrer eines Sattelzuges ebenfalls auf Höhe der Anschlussstellen Schönberg und Grevesmühlen durch eine Windböe die Kontrolle über sein Fahrzeug und kollidierte mit einem Kleintransporter. Dieser wurde durch den Aufprall in die Mittelplanke gedrückt. Beide Fahrer kamen glimpflich davon und blieben unverletzt. Ein weiterer Lkw wurde gestern Morgen auf der Strecke zwischen Grevesmühlen und Klütz, durch einen herabstürzenden Ast beschädigt. „Der Ast schlug durch die Frontscheibe und verletzte den 56-jährigen Fahrer leicht an den Händen. Der Sachschaden wird polizeilich auf 5000 Euro geschätzt“, berichtet André Falke, Sprecher der Polizei Wismar.

Die Einsätze der Polizeibeamten waren aber nicht nur von Unfällen und umgewehten Bäumen geprägt: In Wismar pustete der Sturm in der Rudolf-Breitscheid-Straße ein Toilettenhäuschen um. Ein Einsatzfahrzeug rückte an, um das Häuschen wieder aufzurichten. Und trotz der unangenehmen Witterungsbedingungen trieb es einen betrunkenen, verwirrten und nur sehr leicht bekleideten Mann in Boltenhagen vor die Tür. Die Polizeibeamten griffen den Mann auf und fuhren ihn nach Hause.

Auch die Feuerwehr Gadebusch hatte in den vergangenen Tagen aufgrund des Sturmes einiges zu tun: Insgesamt 18 Mal mussten die Feuerwehrleute in der Nacht von Donnerstag auf Freitag ausrücken. Sie haben Bäume auf den Fahrbahnen zwischen Rehna und Gadebusch sowie Gottmannsförde und Drieberg Dorf fortgeräumt. Zudem rief der abgeknickte Mast einer Straßenleuchte in der Jarmstorfer Straße in Gadebusch die Rettungskräfte kurz vor Mitternacht auf den Plan. Auch das Ortsschild von Wakenstädt hat dem Sturm nicht standgehalten, die Feuerwehrleute bargen dieses, bevor es davongeweht werden konnte. „Wir waren alle ziemlich fertig am Ende der Nacht“, resümiert Ronny Plep, Pressebeauftragte der Freiwilligen Feuerwehr Gadebusch die Sturm-Tage.





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