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Explosionsgefahr in Nesow : Wurzelschutz an der Gasleitung

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Lindenbäume in Nesow wurden vor mehr als 20 Jahren neben der Gasleitung gepflanzt

von
erstellt am 19.Apr.2016 | 21:00 Uhr

Die Erdgasleitungen im Radegastweg von Nesow sollen einen Wurzelschutz erhalten. Auf die Prüfung solch eines Vorhabens verständigten sich am Dienstag die Stadt und das Amt Rehna mit den Anwohnern und dem Gasversorger Hansewerk.

Es ist das Ergebnis einer seit Monaten andauernden Debatte über die Zukunft der Lindenallee im Radegastweg. Dort hatten Siegfried Grontzki und weitere Anwohner über die Stadt versucht, einen starken Pflegeschnitt bzw. die Abnahme von Bäumen zu erreichen. Das ist aus naturschutzrechtlicher Sicht nur in Teilen möglich.

Ein Problem, das aus Sicht von Siegfried Grontzki erst gar nicht hätte auftreten müssen. Seiner Meinung nach wurden die Bäume vor 25 Jahren gegen den Beschluss der Gemeinde gepflanzt: „Ich habe Einsicht in zahlreiche Protokolle genommen.“ Darin heißt es: „Die Gemeindevertretung legt fest, die Bäume im Radegastweg rechtsseitig zu pflanzen, auf der linken Seite sollte der Gehweg und die Straßenbeleuchtung angelegt werden.“ Es kam anders: 17 von 30 Bäume wurden beidseitig der Straße gepflanzt. Diese verdunkeln aus Sicht von Grontzki und seinem Nachbar Heinz Arndt nicht nur die Wohnzimmer und sorgen für reichlich Laub. Nach umfangreichen Gesprächen mit einem Baumsachverständigen und dem Gasversorger Hansewerk hält Grontzki auch die Gefahr einer Explosion von Gasleitungen für möglich. Grund: Die Leitungen liegen im Wurzelbereich der Bäume. Ulf Knolle, Mitarbeiter Hansewerk: „Es gibt keine direkte Gefährdung. Baumpflanzungen und die Regeln der Technik müssen sich nicht einander ausschließen.“ So sei es möglich, Schutzrohre bzw. andere Formen von Wurzelschutz einzubauen. Eine Arbeit, die auf das Unternehmen Siedenschnur zukommen kann. Die Firma pflanzte vor mehr als 20 Jahren die Linden. Willkürlich sei das nicht geschehen, so Siedenschnur: „Es gibt immer Pläne, wonach beauftragte Unternehmen arbeiten.“

Pläne, auf die die Stadt Rehna und somit Bürgermeister Hans Jochen Oldenburg nicht zurückgreifen kann. So wurde Nesow 2014 eingemeindet, die Stadt übernahm deren Verpflichtungen. Oldenburg: „Wir sind an einer Lösung interessiert und möchten gerne Ruhe und einen Kompromiss erreichen, mit dem alle leben können.“ Fest steht: Die Stadt muss die Maßnahmen finanzieren. Vorausgesetzt, der Landkreis unterstützt den in Nesow besprochenen Vorschlag zum Einbringen von Schutzrohren, betont auch Hauptamtsleiter Bernd Karnatz.

„Es bleibt uns nichts anderes übrig“, sagt Grontzki und wünscht sich in diesem Zusammenhang einen respektvolleren Umgang zwischen Ämtern, Politik und Bürgern: „Die Politik und Ämter sind für uns da.“

Aus seiner Sicht habe sich erst eine Lösung mit einem Brief an den Bürgerbeauftragten des Landes und weiterer Protokollrecherchen abgezeichnet. „Es lässt sich sehr gut nachvollziehen, dass die Gemeinde Nesow das Problem mit den Bäumen erkannt hatte. Schon damals waren die Bürger dagegen. Das lässt sich nachlesen.“ Im Protokoll steht: „... demnach müssen die Lindenbäume gepflanzt werden, da sonst die Fördermittel gestrichen werden.“ Ebenso findet sich eine Zusage der Gemeinde Nesow. Sie kennt die Bedenken der Bürger über zu hoch gewachsene Bäume, weist diese zurück und bietet laut Protokollnotiz Pflegeschnitte an. Genau darauf berufen sich nun Siegfried Grontzki und die Anwohner des Radegastweges. 

 

 

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