zur Navigation springen
Gadebusch-Rehnaer Zeitung

21. November 2017 | 20:38 Uhr

Gadebusch : Wunderbares Konzert vor 70 Gästen

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

In der Gadebuscher Stadtkirche erklang Mozarts Requiem

svz.de von
erstellt am 13.Okt.2014 | 23:55 Uhr

Das Requiem gehört zu den bewegendsten Kompositionen Mozarts. Die Gadebuscher Stadtkirche bot das passende Ambiente für das Meisterstück. Zusammen mit der Sinfonietta Lübeck wagte sich die Gadebuscher Kantorei unter der Leitung von Kantorin Annette Burmeister an die Aufführung: „Den Entschluss dazu fassten wir bereits Anfang des letzten Jahres.“

Burmeister ist das Stück seit vielen Jahren vertraut. „Es ist ergreifend. Ich kenne jedes einzelne Wort, früher habe ich es selbst im Chor gesungen.“ Seit Anfang dieses Jahres wurden die Proben intensiviert, zahlreiche Zusatz- und Einzelproben eingeschoben. Eine sehr intensive Zeit für den Chor. „Man darf nicht vergessen, dass alles auf Latein gesungen wird“, erklärt die Kantorin eine der Herausforderungen des Stückes.

Die Entstehung des Requiems ist Geheimnis umwittert. „Ich fürchte, ich schreibe eine Totenmesse für mich selbst“, soll Mozart gesagt haben. Während er an dem kirchenmusikalischen Auftragswerk arbeitete, erkrankte der Komponist 1791 schwer und starb vor dessen Vollendung. Gerüchte vom Giftmord durch seinen Widersacher Salieri machten die Runde, genährt von den mysteriösen Umständen der Auftragserteilung. Bis heute haben sich die Legenden um das letzte Werk Mozarts gehalten, waren Vorlage für Theaterstücke und Filme. So trägt nicht alles im Requiem die Handschrift des Genies. Im Auftrag seiner Witwe vollendeten Schüler des Meisters Werk. Immer wieder bot das Fragment Anlass für neue Interpretationen, Spekulationen und Untersuchungen. Nur über die musikalische Qualität der von Mozart geschriebenen Anteile, etwa drei Viertel des Werkes, gab es niemals Zweifel. Mozart setzte sich mit seiner letzten Musik ein Denkmal, für viele ist es seine beste Komposition.

Eine anspruchsvolle Aufgabe für den Chor. Kein Wunder also, dass die Proben für das Stück fast eineinhalb Jahre in Anspruch nahmen. „Schnell, lang – es war Knochenarbeit, aber wunderbar“, findet Chorsängerin Margrid Guprat aus Rosenow stellvertretend für viele andere, die zum Teil Anfahrten von einer Stunde in Kauf nahmen, um dabei sein zu können. „Normalerweise sind wir 25 Sänger, für das Requiem waren es 40“, sagt Burmeister nicht ohne Stolz. Selbst Birgit Sader schmuggelte sich zwischen die Chorsänger. Die Leiterin der Sinfonietta war jahrelang begeisterte Chorsängerin, bis sie sich während des Musikstudiums für die Oboe entschied.„Dafür ist im Requiem leider kein Platz.“

Das Ergebnis konnte sich hören lassen. Mit den Solostimmen von Katharina Scheliga (Sopran), Monika von Westernhagen (Alt), Peter Potzelt (Tenor) und Jan Träbing (Bass) und der perfekten instrumentalen Begleitung durch die Lübecker Profi-Musiker gelang ein wunderschönes Konzert. „Es war anstrengend, aber ich bin sehr zufrieden“, freute sich Annette Burmeister im Anschluss.

Lag es an der frühen Abendzeit, waren die Werbetrommeln zu leise: Kaum mehr als siebzig Besucher kamen, um das Ergebnis zu hören. Dabei bietet die Kirche mehr als zehn Mal so vielen Menschen Platz. Die Aufführung hätte ein volles Haus verdient gehabt.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen