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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

12. Dezember 2017 | 07:37 Uhr

Rehna : Wolf im Nachthemd trifft Peter Pan

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Matthias Lüth liest Kindern in Rehna aus Bilderbüchern vor / Er ist Teilnehmer des europäischen Modellprojekts „Bürgerarbeit“

svz.de von
erstellt am 11.Apr.2014 | 00:00 Uhr

Zum Ende rufen noch einmal alle Kinder durcheinander. Von „Dornröschen“ bis „Peter Pan“ reichen die Wünsche der Vorschulgruppe Frösche der Kindertagesstätte Rehna an Matthias Lüth. Gerade erst hat er ihnen die Geschichte „Der Wolf im Nachthemd“ vorgelesen, schon richtet sich der Blick der Fünf- bis Sechsjährigen auf seinen nächsten Besuch.

Einmal im Monat ist der 52-Jährige bei den Fröschen zu Gast und liest ihnen aus Bilderbüchern vor. Die besondere Herausforderung dabei: meistens muss er über Kopf lesen, damit die Kinder die Bilder sehen können. „Zu Anfang war es etwas ungewohnt sich hinzusetzen und vorzulesen“, erzählt Lüth. Seit 2011 arbeitet der 52-Jährige über das Modellprojekt „Bürgerarbeit“ des Europäischen Sozialfonds in der Stadtbibliothek Rehna. Gut 30 Stunden in der Woche liest er Kindern in der Kindertagesstätte oder dem evangelischen Kindergarten vor, leitet das Bilderbuchkino und gibt Führungen durch die Bibliothek. Da es sich jedoch um eine Maßnahme der Arbeitsagentur handele, dürfe er nicht in der Ausleihe helfen, so Lüth. Bei der „Bürgerarbeit“ sollen Arbeitslose in Bereichen arbeiten, die im öffentlichen Interesse liegen. Reguläre Arbeitsplätze dürfen dadurch jedoch nicht besetzt werden.

Das er einmal beruflich Kindern Geschichten vorliest, hätte sich Lüth nicht träumen lassen. „Wie das Leben halt so spielt. Bei meinen eigenen Kindern hab ich das kaum gemacht“, erzählt der 52-Jährige. Gelernt hat er eigentlich Industrie-Armaturenschlosser. Doch nach einer Krankheit war es ihm nicht mehr möglich, seinen Beruf auszuüben. So rutschte er in die Arbeitslosigkeit. Auch eine Umschulung zum Immobilienkaufmann änderte nichts an seiner Situation.

„Da hat mir die Stadt diese Stelle angeboten, weil ich schon einmal hier gearbeitet habe“, erinnert sich Lüth. Es mache ihm Spaß mit Kindern und in der Bibliothek zu arbeiten, sagt er. Doch Ende des Jahres läuft die „Bürgerarbeit“ aus und damit wäre Matthias Lüth wieder arbeitslos. Die Hoffnung auf eine feste Anstellung will Lüth noch nicht aufgeben. „Aber ob ich dann auch davon Leben kann, weiß ich nicht.“

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