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Streit zwischen Forstamt und Anwohnern : Woitendorfer Siedlung schlecht zu erreichen

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Der einzige Zufahrtsweg in den Woitendorfer Wald ist in keinem guten Zustand. Tiefe Pfützen und schlammige Fahrspuren machen die Durchfahrt zwar nicht unmöglich, aber erschweren sie, insbesondere bei nassem Wetter.

svz.de von
erstellt am 14.Mär.2012 | 10:13 Uhr

Woitendorf | Zumindest auf einen gemeinsamen Nenner können sich alle Beteiligten einigen: Der einzige Zufahrtsweg in den Woitendorfer Wald - und damit zu den sechs dort lebenden Anwohnern - ist in keinem guten Zustand. Tiefe Pfützen und schlammige Fahrspuren machen die Durchfahrt zwar nicht unmöglich, aber erschweren sie, insbesondere bei nassem Wetter, erheblich.

Über die Ursachen für die Beschädigung des Weges jedoch, der sich im Eigentum des Forstamtes befindet, herrscht Uneinigkeit. "Im Februar hat das Forstamt Baumfällarbeiten durchgeführt und durch schwere Technik wurde der Zufahrtsweg derart beschädigt, dass jegliche Durchfahrt mit einem Pkw zu einer Herausforderung, fast unmöglich geworden ist", heißt es von den Anwohnern. Sie machen sich Sorgen um den Nachbarn, der dreimal pro Woche zur Dialyse gebracht werden muss, darum, wie der Notarzt im Ernstfall zu ihnen gelangen soll und um die medizinische Versorgung der dort lebenden älteren Bewohner durch den Pflegedienst. "Teilweise im Dunkeln kämpfen sich die Schwestern irgendwie durch den Schlamm um an ihre Patienten zu kommen", sagt auch Karin Winkler vom Pflegedienst.

Auch Revierförster Thomas Krüger weiß um die Bedürfnisse der Anwohner - und sieht die Schuld für den Zustand des Weges nicht beim Forstamt. "Wir haben dort im Januar einen Einschlag durchgeführt. Bei der Rückung wurde Schlamm auf den Weg geschoben. Kurz darauf standen Polizei und Ordnungsamt bei mir. Wir haben daraufhin die Schlammschicht beseitigt", berichtet er. Krüger fühlt sich einer "Stimmungsmache" ausgesetzt, wenn behauptet werde, die Beschädigungen stammten ausschließlich von der Rückung. Er gibt zwei Dinge zu bedenken: "Für uns handelt es sich um einen nicht öffentlichen Weg, der als Rücke- und Waldweg ausreicht, aber für Extremsituationen nicht ausgebaut ist." Als solche "Extremsituation" wertet er den Verkehr in die Siedlung, der derzeit vor allem daraus resultiere, dass dort die alte Kaserne umgebaut werde. "Der ein oder andere Lkw mit Baustoff hat bei dem Wetter der vergangenen Wochen nicht dazu beigetragen, dass der Weg besser wird." Hinzu komme, dass der Weg von den Anwohnern ohne Gestattungsvertrag genutzt werde. "Natürlich haben die Bürger ein Anrecht zu ihren Häusern zu kommen", betont der Revierförster, "aber es kann nicht sein, dass wir, weil wir der Eigentümer sind, den Weg reparieren müssen, obwohl wir ihn nicht kaputt fahren." Krüger sieht nur eine Lösung für den Konflikt: "Wir müssen uns alle zusammensetzen und aushandeln, wie die Anwohner als hauptsächliche Nutzer entstehende Schäden mittragen. "

Dringenden Handlungsbedarf sieht auch Bernd Karnatz, Leiter des Rehnaer Haupt- und Ordnungsamtes. Kommenden Freitag soll es ein Gespräch zwischen Forst- und Ordnungsamt geben, "um gemeinsam eine vernünftige Lösung für die Bürger zu schaffen", so Karnatz. Er betont, dass der Eigentümer verkehrssicherungspflichtig sei. "Wir haben mehrfach darauf hingewiesen, dass der Weg zwar nicht unpassierbar, aber die Siedlung sehr schlecht zu erreichen ist. Wir als Amt sind Ansprechpartner für die Bürger und es kann nicht sein, dass die Menschen dort sich abgeschlossen fühlen. Es muss sichergestellt sein, dass die Anwohner, Besucher, aber auch der Pflegedienst die Siedlung jederzeit erreichen können. Da gibt es kein wenn und aber." Zudem sei es auch notwendig zu klären, wer für den Winterdienst zuständig sei. "Bisher haben wir das mitgemacht. Aber wir müssen jetzt eine grundsätzliche und langfristige Lösung finden, wie es mit diesem Weg weitergeht."

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