Verschenkt : Wohnträume im Miniformat

Ein selbstgebautes Puppenhaus gab es gestern bei der Weihnachtsfeier des Vereins „Die Insel“ für die Kita-Kinder vom Burgsee.  Fotos: Katharina Roese
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Ein selbstgebautes Puppenhaus gab es gestern bei der Weihnachtsfeier des Vereins „Die Insel“ für die Kita-Kinder vom Burgsee. Fotos: Katharina Roese

Klientin des Vereins „Die Insel“ baut Puppenhaus für Gadebuscher Kita am Burgsee

svz.de von
18. Dezember 2013, 18:15 Uhr

Bei der gestrigen Weihnachtsfeier des Vereins „Die Insel“ in Gadebusch gab es neben selbst gebackenen Keksen auch Weihnachtsständchen – und ein Geschenk: Ein Puppenhaus, so groß, dass man auch im Stehen in jedes Zimmer schauen kann. Ein fein bezogenes Bett mit kuscheligen Kissen, gemütliche Ledersofas und schicker Parkettboden schmücken das Häuschen, welches eine Klientin des Vereins „Die Insel“ für die Kinder der Kita Burgsee vom Jugendhilfezentrum Rehna in liebevoller Handarbeit gefertigt hat. „Guck mal, da ist sogar richtiges Toilettenpapier“, rufen drei Mädchen, die in das Puppenhaus hineinlinsen und kichern. An einfach alles hat die Künstlerin gedacht – sogar an die Ersatzrolle. „Ich musste selbst lachen, als ich das Toilettenpapier zurechtgeschnitten habe“, erzählt Bianka Harms.

Die 59-Jährige lebt in der Wohngruppe der „Insel“ in Grevesmühlen. Hier gibt es für die Bewohner die Möglichkeit, sich handwerklich zu betätigen. „Aber Töpfern zum Beispiel, ist nicht so mein Ding. Da hat eben nicht jeder das Talent für“, sagt Bianka Harms. Statt dessen hat sie angefangen, Mini-Möbel zu gestalten, kleine Kissen und Bettwäsche zu nähen und aus alten Handtaschen, Ledersofas zu bauen. Zwei bis vier Stunden in der Woche, über den Zeitraum von einem halben Jahr, hat Bianka Harms damit verbracht, das kleine Puppenparadies zu bauen.„Da ist man dann irgendwann auch mit richtig Inbrunst dabei“, sagt sie. Ihr Material: „Alles Reste – Holzstücke, die weggeschmissen werden sollten, alte Handtücher und Stoffe, die ausrangiert wurden.“ Vor einem kleinen Problem stand die 59-Jährige, als es um die Tapeten ging: „Zuerst hatte ich Raufaser an den Wänden – aber das sah zu grob aus“, sagt sie. Ein Raumausstatter stiftete eine Rolle Tapete und nun konnten filigranere Muster an die Wände des Hauses gebracht werden. „Das war wie richtig tapezieren“, sagt Harms.

Das Ergebnis sei kein Prinzessinnen-Traum in rosa, so Bianka Harms, aber es sei so, wie sie sich eine gemütliche Wohnung vorstelle. Heute wird das schmucke Häuschen von den Mitarbeitern der „Insel“ zur Kita Burgsee gebracht.

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