Unterstützung für 2700 Familien : Wohngeld für weniger Haushalte

nordwestmecklenburg wohngeld2012

Landkreis reicht knapp fünf Millionen Euro pro Jahr an Wohngeld aus

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27. Dezember 2013, 05:30 Uhr

Immer weniger Haushalte bekommen Wohngeld. Doch immer mehr von denen, die auf das Geld angewiesen sind, sind Alleinstehende und/oder Rentner. Das geht aus den neuesten Zahlen hervor, die das Statistische Landesamt jetzt veröffentlicht hat. Demnach bezogen hier im Kreis Nordwestmecklenburg am 31. Dezember 2012 nur noch 2682 Haushalte die staatliche Unterstützung. Das waren 12,3 Prozent weniger als im Jahr zuvor. 61,3 Prozent der Bezieher lebten allein, 50,1 Prozent waren Rentner.

In absoluten Zahlen ausgedrückt sah es hier im Kreis Nordwestmecklenburg so aus: Von den 2682 Wohngeldbeziehern waren 1345 alleinstehend und 1645 Rentner. Landesweit waren von allen 30 601 Wohngeldbeziehern 20 252 oder 66 Prozent alleinstehend und 16 100 oder 52,6 Prozent Rentner. Im Jahr zuvor waren landesweit 65,7 Prozent der Wohngeldbezieher alleinstehend und 51,5 Prozent Rentner. Die zweitgrößte Gruppe machte im vergangenen Jahr die der Angestellten aus. 4346 Haushalte, die diese Berufsgruppe angaben, bezogen landesweit Wohngeld. Das entspricht einem Prozentsatz von 14,2.

Insgesamt zahlte der Staat zum Stichtag 31. Dezember 2012 an 30 601 Haushalte in Mecklenburg-Vorpommern Wohngeld. Das waren 3446 Haushalte oder 10,1 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Hinzu kommen allerdings noch 6666 sogenannte „Mischhaushalte“, in denen nur ein Teil der Familie oder Lebenspartner Wohngeld erhält, so dass insgesamt in Wahrheit rund 37 267 Haushalte Wohngeld bezogen. Die stark schwankenden Zahlen der letzten Jahre beruhen darauf, dass im Jahr 2011 der Heizkostenzuschuss wieder gestrichen worden war. Ihn gab es nur in den Jahren 2009 und 2010. Mit dem Wohngeld unterstützt der Staat diejenigen, deren Einkommen nicht ausreicht, um angemessen wohnen zu können. Gleichgültig, ob sie Miete zahlen oder ein eigenes Haus besitzen.

Wohngeld ist ein staatlicher Zuschuss zu den Wohnkosten für einkommensschwache Haushalte, damit diese die Wohnkosten für angemessenen und familiengerechten Wohnraum tragen können (§ 1 Wohngeldgesetz). Diesen Zuschuss gibt es auf Antrag als Mietzuschuss für Mieter einer Wohnung oder eines Zimmers oder als Lastenzuschuss für den Eigentümer eines Hauses oder einer Wohnung. Wie hoch der Zuschuss ausfällt, ist abhängig vom Haushaltseinkommen, von der Haushaltsgröße und vom örtlichen Mietniveau.

In Mecklenburg-Vorpommern lag der Schnitt bei 96 Euro pro Monat. Das bedeutete für den Kreis Nordwestmecklenburg Ausgaben im Jahr in Höhe von 4 974 285 Euro.

Von den hiesigen 2682 Empfängern bekamen – wie in ganz Mecklenburg-Vorpommern -– die meisten Geld für die Miete: Insgesamt 2319 (86,5 Prozent) erhielten einen monatlichen Mietzuschuss. Einen Lastenzuschuss bekamen nur 363 Haushalte. In Mecklenburg-Vorpommern insgesamt bekamen 27 482 Haushalte Mietzuschuss und 3119 Haushalte Lastenzuschuss.

Aus der Wohngeldstatistik herausgefallen sind seit Januar 2005 aufgrund der gesetzlichen Neuregelungen im Rahmen der Hartz-IV-Gesetze unter anderem die Empfänger von Arbeitslosengeld II. Deren Unterkunftskosten werden seitdem im Rahmen der jeweiligen Sozialleistungen berücksichtigt. Ende 2004, also unmittelbar vor Hartz IV, bezogen in Mecklenburg-Vorpommern noch knapp 140 000 Haushalte Wohngeld.



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