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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

17. November 2017 | 18:57 Uhr

Gelbe Tonne : Wohin mit den Wertstoffen?

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Einmal im Monat sollen die neu eingeführten Tonnen geleert werden.

svz.de von
erstellt am 15.Jan.2015 | 23:10 Uhr

„Wir haben nicht mal Sommer und es stinkt jetzt schon“, beschwert sich Jens Bütow, Inhaber des Grillstübchens in der Wollbrügger Straße, als er gestern versucht, einen weiteren prall gefüllten gelben Sack in die Tonne vor seiner Tür zu stopfen. „Erst in knapp einer Woche soll die Tonne geleert werden. Das reicht doch vorn und hinten nicht.“

Insgesamt vier Wochen lang soll der Imbissinhaber alte Fleischverpackungen, Konservendosen und anderen gelben Müll sammeln, bis die Müllabfuhr den Unrat abholt. So plant es der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises. „Nach unseren Berechnungen passen in diesem Zeitraum circa sechs gelbe Säcke mit einem Gesamtvolumen von 270 Liter in eine Tonne. Das habe ich selbst ausprobiert“, versichert Norbert Frenz, stellvertretender Betriebsleiter der Abfallwirtschaft. Und dennoch: Jens Bütow weiß nicht, wohin mit seinem Müll.

Jedem Haushalt stünde eine Tonne zur Verfügung – für Jens Bütow demnach vier Tonnen: Eine für den Imbiss und jeweils eine weitere für die drei angegliederten Wohneinheiten. Doch Platz dafür hat Bütow nicht. „Das Haus hat keinen Keller, keinen Hof – wohin also mit den ganzen Tonnen?“, fragt er. Bislang bunkerte der 50-Jährige eine Tonne samt Recycling-Müll in einer kleiner Abstellkammer im Hausflur. Zwar stünde dem Gewerbetreibenden eine größere Tonne zu, doch wo er diese platzieren solle, weiß er nicht. „Also habe ich den anfallenden Müll schon immer eigenständig zu einer Sammelstelle an der Hafenbar gebracht“, erzählt er. Nun die Überraschung: Auch der Container mit dem Grünen Punkt ist verschwunden.

„Das war Voraussetzung für den Vertrag mit der Entsorgungsfirma Interseroh aus Köln“, erklärt Frenz die Auflösung der Container. Eine weitere Bedingung war zudem der Ersatz der Gelben Säcke durch die Tonne und deren Leerung im Vier-Wochen-Takt. „Bis zur Reform des Landkreises war der Abholrhythmus genau so eingetaktet – da hat es ja auch funktioniert“, erklärt Norbert Frenz weiter. Auf Einzelfälle, wie vom Gadebuscher Jens Bütow, könne man keine Rücksicht nehmen, wenngleich Frenz die Frustration des Imbissbetreibers durchaus verstehen könne.

Doch Jens Bütow ist nicht der Einzige, dem der Müll sprichwörtlich über den Kopf wächst. „Alle vier Wochen ist zu wenig“, meint Kerstin Flägel, Vorstandsvorsitzende der Wohnungsgenossenschaft Gadebusch. Besonders im Neubau-Gebiet würden sich Beschwerden über überfüllte Tonnen für Gelben Müll häufen. Da diese zudem nicht verschließbar seien, würde bei stürmischen Wetter der Müll einfach umher geweht werden. Kritikpunkte, die die Genossenschaft bereits bei Norbert Frenz vorbrachte. Im Januar kam es deshalb bereits zu einer einmaligen Sonderleerung. „Das ist dumm gelaufen. Die Tonnen wurden im Dezember aufgestellt und somit nach den Feiertagen gefüllt. Sie mussten also einmal früher geleert werden“, erklärt Norbert Frenz.

Dass es anders geht, zeige das Beispiel Grevesmühlen ohne zusätzliche Leerung. „Hier bewahrheiten sich die Berechnungen – einmal im Monat ist ausreichend.“ Eine Änderung des Abholrhyhtmus schließe er zudem aus. „Wir sind vertraglich bis 2017 daran gebunden.“

 

 

 

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