Wismar : Wochenende der Reformation

Der Eintritt zu den Veranstaltungen des Wismarer Reformationswochenendes ist fast überall frei.
Der Eintritt zu den Veranstaltungen des Wismarer Reformationswochenendes ist fast überall frei.

250 Mitwirkende bieten vom 22. bis 24. September in Wismar ein großes Programm an den Orten der Reformation

svz.de von
15. September 2017, 12:00 Uhr

„Freiheit und Glaube“: Das große Wismarer Reformationswochenende vom 22. bis zum 24. September rückt immer näher. Höhepunkt ist der Theatertag am Sonnabend, den 23. September. Da können sich Wismarer und Gäste auf verschiedene große und kleine Spielstücke an den Orten der Wismarer Reformation freuen, dazu auf ein großes Begleitprogramm. Der Eintritt ist fast überall frei, der Kartenvorverkauf für den Höhepunkt des Tages, das große Musiktheaterstück „Nevers Schweigen“ in St. Georgen hat bereits begonnen.

An allen Orten wird derzeit intensiv geprobt, gerade in St. Georgen bleiben immer wieder die Touristen stehen und sind beeindruckt von dem, was sie sehen. Große Figuren, überdimensionale Masken, Kostüme aus einer anderen Zeit.

„Wir haben ein Jahr lang immer wieder Maskentraining gemacht, jetzt werden die Masken die ganze Wismarer Bevölkerung verkörpern“, erzählt Maskenbauer und Regisseur Lars Maué. Die Laien haben unter seiner Anleitung die Masken und Großfiguren gebaut und proben seit fast genau einem Jahr. Insgesamt 250 Menschen machen mit beim großen Reformationstheatertag: Sänger, Tänzer, Schauspieler, Musiker aller Altersgruppen und verschiedener Konfessionen. Pastor Roger Thomas: „Das war ja unsere Absicht, die Menschen zum Mitmachen zu bewegen. Das sind alles keine Profis auf der Bühne, sondern Menschen aus Wismar, die sich mit der Reformation und ihrer Stadt unter professioneller Anleitung auseinander setzen.“

An den Wismarer Orten der Reformation werden am 23. September die voneinander unabhängig zu betrachtenden Stücke aufgeführt, jeweils auf den Ort des Geschehens zugeschnitten. Ein Mysterienspiel in St. Nikolai, „Commedia dell’arte“ (Stehgreif- oder Improvisationstheater) im Schwarzen Kloster, Sprechtheater im Grauen Kloster.

„Nevers Schweigen“ in St. Georgen ist der Höhepunkt des Theatertages, Interessierte sollten sich schnell die Karten sichern. Mittelpunkt des Stücks ist Heinrich Never, der Wismarer Prediger und Reformator. Einerseits der Volksaufstand mit dem symbolischen Niederreißen der katholischen Kirche, dazu die erst euphorische Stimmung im Volk mit der neuen Taufvorstellung und der Fußwaschung. Historiker Dr. Reno Stutz: „Nevers Predigten stoßen auf große Resonanz. Seine Beredsamkeit ist berühmt. Herzog Heinrich V. von Mecklenburg hält schützend seine Hand über ihn.“ Aber Never wandte sich seit 1527 mehr und mehr von Luthers neuen Lehren ab, der Herzog beauftragte Luther, die „Auffassungen des Wismarer Reformators“ zu prüfen. Dr. Stutz: „Luther empfiehlt den 'Teufelsboten' nicht mehr zu dulden.“

Lars Maué zu dem Stück in der St. Georgen-Kirche zu Wismar: „Wir enden hier mit einem großen Endbild, dem Finale, welches als Bild für die nachklingenden Stimmen der Reformation stehen soll. Wismars Chöre geben ihre Stimmen her, um die Gedanken der Vergangenheit präsent in das hier und jetzt zu holen.“  
 

Eintrittskarten "Nevers Schweigen": Karten für „Nevers Schweigen“ am 23. September um 19 Uhr in St. Georgen gibt es täglich zwischen 8 und 20 Uhr in der St. Nikolai-Kirche für 15 Euro, ermäßigt 5 Euro, dazu in der Wismarer Tourist-Information und in der Buchhandlung Peplau (Krämerstraße 23). Der Eintritt zu allen anderen Veranstaltungen ist frei.
 

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