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Biosphärenrervate Schaalsee : Wo sich Molche wohl fühlen

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Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Sie sind vom Aussterben bedroht: Frösche, Unken, Kröten und Molche. Im Biosphärenrervat Schaalsee werden sie geschützt

svz.de von
erstellt am 16.Mai.2015 | 00:39 Uhr

Wer hat von Ihnen hat schon mal das melodische Rufen der Rotbauchunken „uh uh uh“ oder das „äpp äpp äpp“ der Laubfrösche an lauen Frühlingsabenden vernommen? Im Gebiet des Biosphärenreservates Schaalsee mit seinen vielen Ackerflächen leben eine Vielzahl von Fröschen, Unken, Kröten und Molchen, in Kleingewässern.

Unspektakulär für den Einen oder zu laut für den Anderen. Ich genieße das Konzert der zahlreichen Amphibien. Denn sie sind selten geworden und weltweit die am stärksten vom Aussterben bedrohten Tierklasse. Das hat in Deutschland verschiedenste Gründe: Viele ihrer Lebensräume, die Kleingewässer, liegen inmitten ausgeräumter Ackerschläge. Sie sind nahezu ohne Pufferzone dem Eintrag von Nährstoffen und Schadstoffen aus der landwirtschaftlichen Nutzung ausgesetzt. Dies setzt den Amphibien und ihrer durchlässigen Haut zu. Weiterhin sind durch die mit dem Klimawandel verbundene Trockenheit viele Kleingewässer bereits ausgetrocknet oder wurden durch Grünlandintensivierung der Landwirtschaft, Verrohrung sowie Flächeneinebnungen beseitigt.

Moor- und Laubfrösche, Rotbauchunken oder Kammmolche zählen zu den nach Bundesnaturschutzgesetz „streng geschützten Tierarten“ sowie nach der Flora-Fauna-Habitat (FFH)-Richtlinie der EU zu den „Tierarten von gemeinschaftlichem Interesse“. Ein wesentlicher Grund für das Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe noch etwas mehr für den Erhalt dieser wertvollen Lebensräume zu tun. Seit 2006 haben wir im Biosphärenreservat Schaalsee 35 Kleingewässer mit einer Größe zwischen 600 bis 3000 Quadratmetern, meist 1,80 Meter Tiefe, wieder hergestellt und neu angelegt.

Regelmäßig führen wir ein Monitoring (Artenerfassungen und Beobachtungen) an diesen Gewässern durch. So wurden im Reimersmoor (bei Schlagsdorf), wo sich vorher intensives Grünland befand, im Jahr 2008 verschiedene Kleinstgewässer angelegt. Im Rahmen des Amphibienmonitorings wurde die letzten Jahre festgestellt, dass über die letzten Jahre die Ansiedlung der Amphibienarten stetig zugenommen hat. Frösche oder Unken können wir beim Monitoring hören, bei den Molchen wird es schwieriger. Deshalb haben uns unsere Junior Ranger beim Bau von Fallen für die Molche unterstützt. Sie bauten aus (unbenutzten) Farbeimer mit jeweils vier bis fünf trichterförmigen Eingangsöffnungen, Fallen, in der über Nacht die Tiere hineinschwimmen. Die Fallen, die an der Oberfläche schwimmen, haben genügend Wasser und Sauerstoff, damit die Molche und andere Wassertiere bis zum nächsten Morgen darin gefahrlos überleben. Nach einer Bestandsaufnahme und Zählung werden die Tiere wieder in die Freiheit entlassen.

Neben der Anlage der Kleingewässer ist aber auch der Verbund dieser untereinander lebenswichtig, um einen Austausch der Tiere untereinander zu ermöglichen. Und nicht nur Amphibien nutzen die neuen Gewässer. Auch für Libellen oder Vögel besitzen sie essentielle Bedeutung als Nahrungs- und auch Brutbiotop, wie für unsere Störche oder verschiedene Entenarten.

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