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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

21. November 2017 | 11:28 Uhr

Wismar : „Wissemara“ ist wieder aufgetakelt

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Mitglieder des Fördervereins Poeler Kogge haben sich intensiv auf den Saisonstart vorbereitet

svz.de von
erstellt am 27.Mär.2017 | 21:00 Uhr

Gewusel an Deck und auf dem Achterkastell der „Wissemara“. Auf der Poeler Kogge wurde wieder aufgetakelt, zum 12. Mal, rechnet man die Premiere von 2006 mit. Damit ist einmal mehr Seemannschaft gefragt, gepaart mit körperlichem Einsatz. Dank guter Vorbereitungen war das schwere Rahsegel nach einer guten Stunde bereits am Rahbalken angeschlagen und etwas hochgefiert. So ließ sich bequem ein Bonnet anknüpfen, die zusätzliche Tuchbahn zur Vergrößerung der Segelfläche.

Und wieder greifen acht kräftige Männer zu den hölzernen Spaken, stecken sie in eine wuchtige Querrolle aus Holz, genannt Bratspill, um das dicke Tauwerk „aufzuspulen“. „Wie zu Zeiten der Hanse“, hört man jemanden sagen. Denn auch damals ließ sich die tonnenschwere Last von Rahbalken mit angehängtem Segel nicht anders am Mast in die Höhe hieven. An der Pier und an Deck des vorbeifahrenden Fahrgastschiffes „Mecklenburg“ werden inzwischen Kameras und Smartphones gezückt. Der Grund: für einen Moment zeigt sich das aufgenähte Wismar-Wappen in seiner vollen Größe. „Das sollte ruhig mal festgehalten werden, schließlich sieht man so etwas nicht alle Tage“, findet ein Vorsaison-Feriengast aus Sachsen-Anhalt und freut sich, später zuhause darüber berichten zu können.

Irgendwann ist das etwa 275 Quadratmeter große Segel oben am Rahbalken festgezurrt. Klingt unseemännisch, deshalb spricht der Fachmann von aufgegeit. Auch dabei ist mehrfache Körperkraft gefragt. Deshalb sind beim Aufziehen der Gordinge, so heißen die dafür bestimmten Leinen, Mitsegler für diesen Einsatz gern gesehen. Es ist erst kurz nach 11 Uhr und bis auf das horizontale Ausrichten des Rahbalkens ist das Auftakeln gelaufen, gut eine Stunde früher als sonst. „Übung macht eben den Meister“, lautet der knappe Kommentar von Knut Watzel. Der Bootsmann, der letztlich den gesamten organisatorischen Überblick hatte und selbst an den Brennpunkten mit anpackte, zeigt sich zufrieden mit seiner gut 40 Leute starken Auftakel-Truppe, einschließlich weiblicher Kombüsenbesatzung.

Dem pflichtete der diensthabende Koggenkapitän Rüdiger Wolf absolut bei: „Es ist dank guter Vorbereitungen von Anfang an gut gelaufen.“ Die zuvor überholten Blöcke waren bereits positioniert, das Segel und Tauwerk lagen bereits an Deck und Schoten und Brassen waren bereits angeschlagen. Letztendlich sorgte ein ausgewogener Teamgeist für gutes Gelingen. Das wollte auch Helmut Ebel aus Schwerin gern bestätigen, der im dritten Jahr der Koggencrew die Treue hält. Und zwar seit dem er auf der „Wissemara“ mit etlichen Gästen seinen 70. Geburtstag gefeiert hat. „Das ganze drum und dran und die Besatzung fand ich so toll, dass ich dem Förderverein beitrat und seit dem auch zur Crew gehöre“, so der Ruheständler.

Und ab wann wird wieder mit Publikum gesegelt, so die Frage an Vorstandsmitglied Joachim Müller, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit: „Das könnte nach Wettersituation bereits ab der zweiten Aprilwoche passieren.“ Dazu verweist er auf eine große Sichttafel vor dem Schiff, die ständig aktualisiert wird. Zwischendurch absolviert die Stammbesatzung noch einen zweitägigen Ausbildungstörn. Weitere Informationen sind dem Internetauftritt des Koggenvereins unter www.poeler-kogge.de zu entnehmen.

 

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