Neue Ausstellung : Wismars Künstler wollen hoch hinaus

Kunst im Schabbell
Kunst im Schabbell

Neue Ausstellung im Schabbellhaus setzt sich mit Bewegung und Veränderung auseinander

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20. Februar 2019, 07:48 Uhr

Was die Wismarer Künstler mit ihrem Motto „Hoch hinaus“ meinen, dass wollen sie ab Freitag, 1. März, im Schabbell zeigen. Dann startet mit der Eröffnung um 19 Uhr deren neue Ausstellung im Stadtgeschichtlichen Museum.

„Hoch hinaus“ bedeutet hier Bewegung, Veränderung auf bestehendem Fundament, Suchen und Finden. Kunst zwingt zur Bewegung, verändert die Wahrnehmung. „Hoch hinaus“ verweist auf Mystisches entweder Dädalus und Ikarus oder Phönix aus der Asche. Der Soziologe Robert Merton entwarf das wunderbare Bild des Wissenschaftlers, der als Zwerg auf den Schultern von Riesen steht und mehr sieht als die Riesen, weiter als seine Vorgänger. Und dies gilt auch für Künstler. Der Struwwelpeter warnt mit dem fliegenden Robert vor dem Eskapismus, sich abheben zu wollen. Die Alltagssprache kennt hoch hinaus als man „dreht ein großes Rad“, man springt hoch als Tiger und landet als Bettvorleger. Die erste psychologische Studie über Narzissten war die eines Hochstaplers.

Heute spült das Land der unbegrenzten Möglichkeiten einen Parvenü, einen Neureichen ohne Manieren ins höchste Amt. Aber: Hoch hinaus zu wollen, ohne zu fallen, verlangt Bedacht, starken Willen und Zuversicht, zudem Handwerk, Leistung und Disziplin, natürlich ein bisschen Glück und eine Prise Verrücktheit. „Hoch hinaus“ ist der Aufruf, aus anderer Perspektive wahrzunehmen und über den Tellerrand zu gucken, das eigene Schneckenhaus zu verlassen.

Die Galerie hinter dem Rathaus begann vor 40 Jahren als Museumsgalerie des Schabbellhauses, agierte mehr als ein Jahrzehnt im Parterre. Nach der Wende übernahmen die Künstler als Gemeinschaft die Galerie, Kunstfreunde kamen hinzu.

Die Ausstellung „Hoch Hinaus“ zeigt Neues und erinnert an das Fundament der Galerie, die für sieben Wochen an den Ursprungspunkt zurückkehrt. Nun geht es erst einmal hoch hinaus in das Dachgeschoss des Schabbellhauses. Die Ausstellung ist vom 1. März bis zum 22. April zu sehen.

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